Das Hamburger Food-Tech-Unternehmen Goodbytz bringt seine autonome Küchenrobotik an den Frankfurt Airport. Gemeinsam mit dem Verkehrsgastronomieunternehmen Casualfood und Fraport entsteht unter dem Namen Poppy’s ein neues gastronomisches Konzept im Terminal 1. Die Partner wollen zunächst an zwei Standorten erproben, wie sich automatisierte Speisenzubereitung in den Betriebsalltag eines internationalen Flughafens integrieren lässt.
Casualfood übernimmt dabei die Rolle des Betreibers vor Ort, während Fraport als Vermieter beteiligt ist. Goodbytz stellt die technische Grundlage in Form einer autonomen Roboterküche bereit. Das System soll Gerichte direkt am Standort frisch zubereiten und wesentliche Abläufe von der Zubereitung bis zur Ausgabe übernehmen.
Erster Standort im öffentlichen Ankunftsbereich
Der erste Poppy’s-Standort soll im öffentlichen Bereich von Terminal 1 in Ankunft A im Flughafen Frankfurt eröffnen. Damit richtet sich das Angebot nicht nur an ankommende Passagiere, sondern kann grundsätzlich auch von Abholenden, Beschäftigten und anderen Besuchern des Flughafens genutzt werden. Ein konkreter Eröffnungstermin wurde nicht genannt.
Ein zweiter Standort ist im Sicherheitsbereich von Terminal 1 vorgesehen. Die Partner können das Konzept dadurch in zwei unterschiedlichen Abschnitten der Passagierreise untersuchen: einmal in einem allgemein zugänglichen Bereich und einmal hinter der Sicherheitskontrolle. Dort unterscheiden sich unter anderem die Zielgruppen, Aufenthaltszeiten und Nutzungssituationen.
Die beiden Standorte sollen Erkenntnisse darüber liefern, wie autonome Küchenkonzepte in hochfrequentierten Reiseumgebungen eingesetzt werden können. Gleichzeitig wollen die Partner untersuchen, welche Anforderungen Reisende an ein solches gastronomisches Angebot stellen.
Roboterküche übernimmt Zubereitung und Ausgabe
Im Mittelpunkt des Konzepts steht ein automatisiertes Küchensystem von Goodbytz. Es soll die bestellten Gerichte vor Ort zubereiten und zentrale Produktionsschritte bis zur Ausgabe abwickeln. Die Technik ist darauf ausgerichtet, Speisen auch bei hoher Nachfrage mit möglichst gleichbleibenden Abläufen bereitzustellen.
Das Konzept zielt grundsätzlich auf eine Verbindung von frischer Zubereitung, schneller Verfügbarkeit und standardisierten Prozessen. Die Technik kann insbesondere an Standorten eingesetzt werden, an denen eine stark wechselnde Nachfrage, hohe Besucherzahlen und lange Betriebszeiten zusammentreffen.
Besondere Anforderungen der Flughafengastronomie
Flughäfen stellen gastronomische Betreiber vor besondere Herausforderungen. Das Gästeaufkommen ist eng mit Flugplänen, Ankunfts- und Abflugwellen sowie möglichen Verspätungen verbunden. Die Nachfrage kann sich deshalb innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern. Gleichzeitig verfügen viele Reisende nur über begrenzte Zeit für die Auswahl und den Verzehr einer Mahlzeit.
Hinzu kommen unterschiedliche Nutzungssituationen über den gesamten Tag: Passagiere suchen vor dem Abflug nach einer schnellen Mahlzeit, verbringen längere Umsteigezeiten im Terminal oder möchten nach der Landung etwas essen. Auch Beschäftigte und Geschäftsreisende mit eng getakteten Terminen gehören zu den potenziellen Nutzergruppen. Für gastronomische Angebote ergeben sich daraus Anforderungen an Verfügbarkeit, Geschwindigkeit und verlässliche Abläufe.
„Ein Flughafen ist für uns einer der spannendsten Einsatzorte für autonome Küchenrobotik. Hier treffen hohe Frequenz, unterschiedliche Tageszeiten und der Wunsch nach schneller Verfügbarkeit aufeinander. Mit Poppy’s wollen wir gemeinsam mit Casualfood zeigen, wie frisch zubereitetes Essen und Automatisierung an einem internationalen Verkehrsknotenpunkt zusammenspielen können“, sagt Dr. Hendrik Susemihl, Co-Founder und CEO von Goodbytz.
Technik tritt hinter das Gastronomiekonzept zurück
Obwohl eine Roboterküche den Kern des Betriebs bildet, soll die Technik in der Kommunikation mit den Gästen nicht im Vordergrund stehen. Poppy’s ist als eigenständiges Food-Konzept angelegt, bei dem der unkomplizierte Zugang zu frisch zubereiteten Gerichten im Mittelpunkt stehen soll.
Der Name ist dabei wie die Bezeichnung eines persönlichen Ortes angelegt – sinngemäß „bei Poppy“. Auf diese Weise soll die automatisierte Küche eine eigene Identität erhalten. Der englischsprachige Claim „eat well. repeat.“ verweist auf den Anspruch, ein wiederholt nutzbares und in unterschiedliche Reisesituationen integrierbares Angebot zu schaffen.
Als mögliche Nutzungsmomente nennen die Initiatoren die Zeit vor einem Abflug, Pausen zwischen zwei Terminen, längere Wartezeiten sowie die Situation nach der Landung. Das Konzept soll somit nicht auf einen einzelnen Tagesabschnitt oder einen bestimmten Anlass beschränkt sein.
Zwei Betriebsumgebungen liefern Vergleichsmöglichkeiten
Die Aufteilung auf einen öffentlichen und einen sicherheitskontrollierten Bereich schafft unterschiedliche Testbedingungen. In Ankunft A kann Poppy’s ein gemischtes Publikum erreichen. Hinter der Sicherheitskontrolle konzentriert sich die Nachfrage dagegen auf Passagiere und Beschäftigte mit entsprechender Zugangsberechtigung.
Die dort gewonnenen Erfahrungen sollen Aufschluss darüber geben, wie sich das Konzept entlang der sogenannten Passenger Journey bewährt. Für die Partner dürfte dabei unter anderem relevant sein, wie stark die Nachfrage zu verschiedenen Tageszeiten schwankt und in welchen Reisesituationen das Angebot genutzt wird. Konkrete Kriterien für die Auswertung des Tests oder Angaben zu dessen vorgesehener Dauer wurden nicht veröffentlicht.
Für Goodbytz ist das Projekt am Frankfurt Airport ein weiterer Anwendungsfall außerhalb einer klassischen Restaurantküche. Das Unternehmen positioniert seine Systeme für Umgebungen, in denen gastronomische Leistungen trotz hoher Frequenz und wechselnder Auslastung zuverlässig verfügbar sein sollen.
Quelle: Goodbytz
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