Am 6. Oktober zeichnete das Fachmagazin GVMANAGER von drei nominierten GV-Teams ausnahmsweise zwei als GV-Team des Jahres 2026 aus. Dabei erhielten 33 Studierendenwerke einen Sonderpreis in der Kategorie Projekt für „Rettet die Knolle“ und die damit verbundene einrichtungsübergreifende Teamleistung der besonderen Art, wie Chefredakteurin Claudia Kirchner bei der Preisverleihung in Fürstenfeldbruck erläuterte.
„Manche Projekte beginnen mit einem Strategiepapier, einem Projektplan und vielen Sitzungen. Andere starten mit einem einfachen Gedanken, wie: Das können wir doch so nicht lassen! Genau so beginnt die Geschichte des Projekts, das wir heute auszeichnen“, so die einleitenden Worte von Laudatorin Prof. Dr. Linda Chalupová zum GV-Team des Jahres 2026.
„Mehrere hundert Organisationen. Mehrere Tausend Menschen waren direkt oder indirekt beteiligt. Wer schon einmal versucht hat, drei Abteilungen auf einen gemeinsamen Termin zu bekommen, bekommt langsam eine Vorstellung davon, welche Leistung dahintersteckt.“
Linda Chalupová, Laudatorin, Hochschule Fulda
Spontan ins Tun gekommen
Ausgangspunkt der Aktion war ein Widerspruch: Ein hochwertiges Lebensmittel war im Überfluss vorhanden – und drohte gleichzeitig verloren zu gehen. Glücklicherweise wurde weder lange analysiert noch Zuständigkeiten diskutiert. „Das Team fing – initiiert vom Studierendenwerk Frankfurt am Main – einfach an“, betonte Linda Chalupová, Prodekanin für Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaften an der Hochschule Fulda. Darin liege eine der großen Stärken des Projekts. Schließlich mangele es nicht an guten Ideen, Konzepten und Nachhaltigkeitszielen. Entscheidend sei vielmehr die Frage: „Wie bringen wir gute Ideen in die Praxis?“
33 Studierendenwerke schaffen ein starkes Wir
Aus einer spontanen Idee entwickelte sich innerhalb weniger Wochen eine Aktion, die immer größere Kreise zog. Unterschiedliche Abläufe, Regionen und Kommunikationswege mussten zusammengebracht werden. „Mehrere hundert Organisationen. Mehrere Tausend Menschen waren direkt oder indirekt beteiligt. Wer schon einmal versucht hat, drei Abteilungen auf einen gemeinsamen Termin zu bekommen, bekommt langsam eine Vorstellung davon, welche Leistung dahintersteckt“, betonte Linda Chalupová schmunzelnd. Am Ende beteiligten sich 33 Studierendenwerke, die täglich mehr als 300.000 Mahlzeiten ausgeben.
„Aus den einzelnen Teams hat sich ein gemeinsames Wir entwickelt. Ein außergewöhnlicher Teamgeist. Die Beteiligten beschreiben selbst, wie hier ein bemerkenswertes Wir-Gefühl über fachliche, organisatorische und regionale Grenzen hinweg entstanden ist“, betonte die Laudatorin.
Beispielhafte Skalierbarkeit
Es gab keine lange Vorbereitungszeit, und alle Aufgaben mussten zusätzlich zum Tagesgeschäft bewältigt werden. Doch keiner musste das jeweilige Rad selbst neu erfinden. Erfahrungen, Ideen und Materialien geteilt und Herausforderungen gemeinsam gelöst. Damit sei das Projekt laut der Laudatorin auch ein prädestiniertes Beispiel für die in der Branche dringend benötigte Skalierbarkeit. „Gute Projekte dürfen nicht dort enden, wo sie entstanden sind. Wir brauchen viel mehr Ideen, die sich übertragen lassen. Ideen, die andere aufnehmen können. Ideen, die wachsen dürfen!“, betonte sie.
Kartoffel-Horoskop trifft Lebensmittelwertschätzung
„Für die Kirsche auf der Torte halte ich die sehr kreative Eigendynamik, die sich entwickelt hat“, lobte die Laudatorin. Es ging nicht nur darum, ein Problem zu lösen, sondern Menschen zu erreichen. Die Teams informierten, erklärten, filmten, posteten und gaben Interviews.
Bei aller Ernsthaftigkeit entwickelte die Initiative eine besondere Leichtigkeit. Es entstanden Quizze, humorvolle Social-Media-Formate und Interviews mit Avataren. Sogar ein Kartoffel-Horoskop gehörte dazu. Junge Menschen wurden außerdem gefragt, welches Fach die Kartoffel wohl studieren würde.
Diese kreative Kommunikation machte das Projekt sympathisch und zugänglich, ohne seinen ernsten Kern aus dem Blick zu verlieren.
Mehrere hundert Tonnen Kartoffeln gerettet
Denn im Mittelpunkt standen Lebensmittelwertschätzung, regionale Landwirtschaft und die Frage, wie vorhandene Ressourcen sinnvoll genutzt werden können. Mehrere hundert Tonnen Kartoffeln konnten vor der Vernichtung bewahrt werden. „Das ist keine nette Symbolaktion. Das ist Wirkung“, brachte Linda Chalupová das Ergebnis auf den Punkt. Zugleich zeige die Aktion, wie aus einer lokalen Initiative durch Zusammenarbeit eine bundesweite Bewegung werden könne.
Erfolgsrezept vom GV-Team des Jahres 2026 in drei Sätzen
Für die Laudatorin lässt sich das Erfolgsrezept in drei Sätzen zusammenfassen:
1. Nicht Probleme verwalten, sondern Lösungen gestalten.
2. Nicht allein handeln, sondern Kräfte bündeln.
3. Nicht bei einer guten Idee stehen bleiben, sondern dafür sorgen, dass sie Wirkung entfaltet und weitergetragen wird.
„Diese Kartoffelaktion zeigt im Kleinen, was Transformation im Großen braucht: anfangen, zusammenarbeiten und Wirkung skalieren“, sagte Linda Chalupová. „Rettet die Knolle“ habe gezeigt, dass Nachhaltigkeit dann erfolgreich werde, wenn aus einer einfachen Idee gemeinsames Handeln mit messbarer Wirkung entstehe.
Damit gratulierte die Laudatorin ganz herzlich allen Studierendenwerken, die mit ihrer bundesweiten Initiative „Rettet die Knolle! – Die Studierenden essen die Kartoffeln!“ ein Zeichen gesetzt haben zur Auszeichnung als GV-Team des Jahres in der Sonderkategorie Projekt.
Dank an alle beteiligten Teams von Rettet die Knolle
„Teamwork ist unsere DNA – nicht nur im einzelnen Studierendenwerk, sondern auch übergreifend. Viele Studierendenwerke arbeiteten bereits seit Jahrzehnten eng und freundschaftlich zusammen. Das macht viel Spaß und hat mit dem aktuellen Projekt auch eine eindeutige Wirkung gezeigt.“
Mathias M. Meyer, Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg
Sechs Vertreter aus drei Studierendenwerken waren nach Fürstenfeldbruck gekommen, um den sogenannten Branchenfelix entgegen zu nehmen. Mathias M. Meyer vom Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg hatte dabei ein Déjá-vu. „Ich stand bereits vor zehn Jahren hier, als GV-Manager des Jahres, freue mich aber riesig über diesen besonderen Teampreis. Herzlichen Dank, stellvertretend für alle!“ Sein besonderer Dank galt dem Studierendenwerk Frankfurt am Main, das die Initiative ins Rollen gebracht und bundesweit koordiniert hatte. Stellvertretend hob er Gudrun Hartmann und Sylvia Kobus hervor, welche das Projekt mit viel Herzblut vorangetrieben hätten.
„Teamwork ist unsere DNA – nicht nur im einzelnen Studierendenwerk, sondern auch übergreifend“, sagte Meyer. Viele Studierendenwerke arbeiteten bereits seit Jahrzehnten eng und freundschaftlich zusammen. Das mache Spaß und habe mit dem aktuellen Projekt auch eine eindeutige Wirkung gezeigt.
Zum Abschluss verband er seinen Dank mit einem Wunsch für die Zukunft: dass bei einer möglicherweise folgenden Initiative noch mehr der insgesamt 57 Studierendenwerke mitmachen.
Quelle: Redaktion GVMANAGER/ B&L MedienGesellschaft
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