Mit dem „Aktionsplan 2025 – Gesunde Ernährung in der Gemeinschaftsverpflegung der Stadtgemeinde Bremen“ hat Bremen beschlossen, die öffentliche Gemeinschaftsverpflegung schrittweise auf bis zu 100 Prozent Bio-Lebensmittel umzustellen und die Qualität des Kita- und Schulessens zu verbessern. Ein nun vorliegender Abschlussbericht zeigt nachhaltige Fortschritte, macht aber auch deutlich, dass nicht alle Ziele erreicht wurden.
Aktionsplan 2025: Ziele und Umfang
Mit dem 2018 beschlossenen Aktionsplan sollten die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in den Settings Kita, Schule und Krankenhaus eingeführt und der Anteil ökologisch erzeugter Lebensmittel bis auf 100 Prozent erhöht werden. Damit war das Ziel verbunden, industriell hochverarbeitete Lebensmittel zunehmend zu ersetzen und Speisepläne stärker saisonal und regional auszurichten. Der Aktionsplan beinhaltet zudem die Entwicklung von Analyse- und Evaluationsinstrumenten zur Qualitätssicherung. Begleitet von einem breiten Informationsangebot sollten insbesondere schmackhafte Gerichte und eine gute Bezahlbarkeit die Akzeptanz der Tischgäste fördern.
Der Aktionsplan Kita- und Schulessen in Bremen erstreckt sich nach Angaben des Bremer Senats über rund acht Millionen Mahlzeiten pro Jahr, deren Qualität nachhaltig verbessert wurde. Nach einer achtjährigen Umsetzungszeit wurde Ende Juni ein Abschlussbericht veröffentlicht.
Umsetzung in Kitas: Ernährungskonzept und Bio-Anteil
Der Eigenbetrieb KiTa Bremen, dem 92 kommunale Kinder- und Familienzentren angehören, setzt ein trägerweites Ernährungskonzept um, das sich am DGE-Qualitätsstandard orientiert. In den Kitas lag der Anteil von Bio-Lebensmitteln an den gesamten Lebensmittelkosten im Jahr 2025 bei durchschnittlich 54 Prozent. 19 Einrichtungen erreichten einen Bio-Anteil von über 60 Prozent, davon vier Einrichtungen von über 80 Prozent.
Schulverpflegung: DGE-Standards und Kontrolle der Caterer
In den Verträgen mit Caterern für die Schulküchen sind die DGE-Qualitätsstandards flächendeckend und verpflichtend verankert. Im Jahr 2025 fand erstmals eine Kontrolle aller Caterer statt, die ab jetzt jährlich stattfinden soll.
Die Stadt Bremen unterstützt zudem das Projekt GENAU-GV des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS), das den Umsetzungsstand des Aktionsplans 2025 an weiterführenden Schulen wissenschaftlich erhebt. In den Schulküchen lag der Bio-Anteil gemessen an den Lebensmittelkosten bei durchschnittlich 65 Prozent. Die Anteile variieren dabei zwischen 13 und 96 Prozent. Die Kriterien des DGE-Qualitätsstandards nach Lebensmittelhäufigkeit werden im Mittel über alle Speisenanbietenden in der Mischkost-Menülinie zu 61 Prozent und in der vegetarischen Menülinie zu 65 Prozent erfüllt.
Neue Vernetzungsstelle
Im Abschlussbericht wird festgestellt, dass insbesondere für Kinder und Jugendliche eine nachhaltigere und gesündere Verpflegung umgesetzt werden konnte, trotz angespannter Haushaltslage bedingt durch Corona-Pandemie und Energiekrise. Besonders erfolgreiche Einrichtungen hätten gezeigt, dass hohe Bio- und Qualitätsstandards auch mit knappen Budgets möglich sind. Um die Entwicklung weiter zu unterstützen, wurden zentrale Anlaufstellen wie beispielsweise die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung geschaffen. Die gewonnenen Ergebnisse und Erkenntnisse fließen in die Entwicklung der Bremer Ernährungsstrategie ein.
Das Projekt GENAU des BIPS ist noch nicht abgeschlossen. Ein weiteres Teilprojekt untersucht derzeit strukturelle Bedingungen des Schulessens und die Akzeptanz von Schülern, Schulleitungen, Caterern und Behörden.
Quelle: Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung
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