Studio Höllental Interiors ist auf der Independent Hotel Show
Quelle: Studio Höllental Interiors

Studio Höllental Interiors auf der Independent Hotel Show

Mit der Gestaltung der Member Suite auf der Independent Hotel Show zeigt Studio Höllental Interiors, wie Interior Design zum prägenden Bestandteil eines Hotelerlebnisses wird.
Im Interview erklärt Kay Grabner, Gründer und Inhaber von Studio Höllental Interiors, warum unabhängige Hotels besonders viel Raum für Persönlichkeit bieten.

Herr Grabner, Studio Höllental Interiors ist auf der Independent Hotel Show vertreten und gestaltet dort die Member Suite. Was hat Sie bewogen, Teil dieses Formats zu sein?

Gäste suchen heute Orte mit Charakter, Atmosphäre und einer Identität, die sie emotional berührt und lange begleitet. Genau dafür steht Studio Höllental.
Wir verstehen Räume als Teil der Markenidentität eines Hotels. Interior Design ist für uns kein dekoratives Element, sondern ein strategischer Faktor, der Wahrnehmung, Wiedererkennung und Gästeerlebnis maßgeblich beeinflusst.
Was uns dabei besonders macht, ist unser ganzheitlicher Ansatz. Gemeinsam mit unserer Manufaktur Grabner vereinen wir die gesamte Wertschöpfung eines Projekts unter einem Dach – von der ersten Idee über Innenarchitektur und technische Planung bis zur Fertigung in unserer eigenen Manufaktur. Unser Team aus Innenarchitekten, technischen Zeichnern und Schreinermeistern arbeitet Hand in Hand. Dadurch entstehen keine Kompromisse zwischen Entwurf und Umsetzung, sondern Räume, die bis ins kleinste Detail genau so realisiert werden, wie sie gedacht wurden.
Die Members Suite ist für uns deshalb weit mehr als eine Messefläche. Sie ist ein begehbares Statement dafür, wie Identität entsteht: durch Architektur, Materialität, Licht, Akustik und meisterhaftes Handwerk, die zu einem ganzheitlichen Erlebnis verschmelzen.
Wir sind überzeugt, dass die erfolgreichsten Hotels der Zukunft keine Einrichtung einkaufen. Sie investieren in eine unverwechselbare Identität. Genau diese Identität entwickeln und realisieren wir – vom ersten Entwurf bis zum letzten handwerklichen Detail.

  • Hyper-Personalisierung statt Standardisierung.
  • Residential Hospitality: Hotels sollen sich wie ein Zuhause mit Charakter anfühlen.
  • Bleisure & Workation: Gäste arbeiten, leben und entspannen am selben Ort.
  • Wellbeing & Longevity: Räume werden als Teil des Wohlbefindens verstanden – Licht, Akustik, Materialien und Biophilic Design gewinnen an Bedeutung.
  • Sense of Place: Gäste suchen regionale Identität statt global austauschbarer Konzepte.
  • Nachhaltigkeit durch Langlebigkeit: Weniger kurzlebige Trends, mehr zeitlose Materialien und hochwertige Verarbeitung.

Warum ist gerade die unabhängige Hotellerie für Ihr Studio eine spannende Zielgruppe – und worin unterscheidet sie sich aus Ihrer Sicht von anderen Hospitality-Segmenten?

Die unabhängige Hotellerie ist für uns besonders spannend, weil sie die Möglichkeit bietet, echte Persönlichkeit zu entwickeln. Während viele internationale Hotelkonzepte über Jahre hinweg stärker standardisiert wurden, suchen Gäste heute zunehmend nach Orten mit Charakter, Herkunft und einer eigenen Geschichte.
Ein großer Zukunftstrend ist dabei die Verschmelzung von Hospitality und Private Living. Gäste erwarten nicht mehr nur Komfort, sondern Räume, die sich vertraut, hochwertig und individuell anfühlen – ähnlich wie ein außergewöhnliches Zuhause oder ein Private Members Club.
Auch Themen wie Wellbeing, regionale Identität und die bewusste Auswahl langlebiger Materialien gewinnen im Luxussegment immer mehr an Bedeutung. Der Gast möchte verstehen, wo er sich befindet und warum dieser Ort genau so gestaltet ist.
Gerade unabhängige Hotels haben hier einen entscheidenden Vorteil: Sie können mutiger sein, schneller reagieren und eine eigene Handschrift entwickeln. Genau diese Freiheit schafft die Möglichkeit, Orte zu gestalten, die nicht austauschbar sind, sondern im Gedächtnis bleiben.

Was können Besucher in der von Ihnen ausgestatteten Member-Suite konkret erwarten? Welches gestalterische Leitmotiv steht hinter dem Konzept?

Die Besucher können sich auf einen spektakulären, einladenden Eingangsbereich, welcher erste Einblicke von außen nach innen zulässt freuen. Betritt man das Innere, steht der Besucher inmitten einer eigenen Welt, angelehnt an das Thema „Natur“. Der Raum wird durch unterschiedliche Ebenen und Atmosphären, wie auch einem Materialspiel zoniert. Im äußeren Ring befinden sich der Empfangsbereich, die Laufwege, unterschiedliche Aufenthaltsbereiche und die Theke. Dieser hellere Bereich mit dem Thema Mond, Sterne und die erdigen und hölzernen Farben umranden den auf ein Podest gesetzten Kern, den dunkleren, mystischeren höllental. Loungbereich.
Die Bereiche erhalten durch unterschiedliche Licht- und Soundkonzepte angepasste atmosphärische Wirkungen, ein Erlebnis für alle Sinne. Neben der Inszenierung einiger unserer höllental. Produkte wird es natürlich auch Getränke und kleine Snacks geben.

Eine Member-Suite soll Rückzugsort, Treffpunkt und Inspirationsraum zugleich sein. Wie bringen Sie diese unterschiedlichen Anforderungen in einem stimmigen Interior-Konzept zusammen?

Durch die Zonierung in einen ruhigeren Loungbereich, kommunikative Sitzbereiche und der Stehtheke können auf unterschiedlichen Ebenen unterschiedlich gewichtete Gespräche stattfinden.
Die Raumgestaltung ermutigt den Besucher durch die abstrahierte Anlehnung an Naturmerkmale wie Mond (Theke), Sterne (Leuchten), Stein (Boden Podest), Farben und Strukturen (grün, beige, Holz…), so wie der Inszenierung durch Licht und Musik, die Gedanken von starren Rastern zu lösen und die Umgebung zu interpretieren, sobald der Besucher das Hauptthema „Natur“ erkannt hat, werden ihm viele weitere Elemente auffallen und eine Klarheit für jedes Detail entwickeln.
Dieser Gedankengang lässt sich dann natürlich auf sämtliche Gesprächsthemen übertragen. Der Geist wird angeregt Dinge und Zusammenhänge zu verknüpfen, welche im ersten Moment vielleicht nicht als kombinierbar erscheinen. Ein unterbewusstes Erlebnis wird außerdem durch die indirekte, direkte Beleuchtung und die Hintergrundgeräusche geschaffen.
Dies sind für den Besucher keine direkt ersichtlichen elementaren Objekte, haben jedoch eine enorme Wirkung auf die Atmosphäre und das Wohlbefinden. Ganz allgemein ist die Natur für den Menschen etwas was er kennt und ihn täglich begleitet, deshalb kann er zu diesem Thema eine schnelle emotionale Verbindung aufbauen.

Quelle: Studio Höllental Interiors

Welche Rolle spielen heute Faktoren wie regionale Identität, Materialität und Authentizität bei der Gestaltung von Hotelräumen?

Das Thema Identität ist für jeden einzelnen, egal ob Person, Gesellschaftsgruppe oder auch Firma ein entscheidender Punkt um Vertrauen aufbauen zu können und die Kundenbindung zu stärken.
Einen bereits gewohnten Standard möchte man selten unterbieten. Gerade im Luxus-Hotelbereich spiegeln bewusst gewählte Materialien und deren Verarbeitung die Qualität wieder, welche dann auch auf das ganze Unternehmen/ Hotel projiziert wird.
Ich sage immer: „der one second Wow Effekt ist entscheidend“. Erfährt der Kunde schon beim ersten Betreten der Lobby oder des Zimmers einen hochwertigen, einladenden, ansprechenden Einblick mit einem Wow Effekt, welcher in diesem Moment nur über die Sinne und Gefühle beurteilt wird, wird er dieses Gefühl auf alle Bereiche übertragen und als Messlatte fixieren.
Kommt dann noch ein wiederkehrendes Merkmal (Identität) hinzu, fühlt er sich beim zweiten Besuch des Hotels (oder in einer anderen Stadt) zu Hause, heimisch. So entsteht eine emotionale Verbindung zum Besucher. Nach dem erlebten „one second Wow Effekt“ ist die weitere Performance (Authentizität) natürlich mitentscheidend.
Im Luxusbereich reicht es nicht aus, dass nur der erste Eindruck prägend ist, auch alle weiteren ausgeführten Details sind für ein rundes Gesamtkonzept entscheidend, dies sind in erster Linie die Materialien und deren Verarbeitung aber auch die Atmosphäre über indirekte und direkte Beleuchtung, der Geruch die Hintergrundmusik spielen eine wichtige Rolle.

Welche Impulse möchten Sie Hoteldirektoren und Betreibern mitgeben, die ihr Haus über Interior Design klarer positionieren und für Gäste unverwechselbar machen möchten?

Viele Hotels investieren heute in Ausstattung. Die entscheidende Frage der Zukunft wird jedoch sein: Welche Geschichte erzählt ein Hotel durch seine Räume?
Ein Gast bewertet einen Ort nicht analytisch – er nimmt ihn intuitiv wahr. Innerhalb weniger Sekunden entsteht ein Gefühl für Qualität, Atmosphäre und Vertrauen. Dieser erste Eindruck ist der emotionale Maßstab, an dem der gesamte Aufenthalt gemessen wird.
Deshalb ist Interior Design für uns ein zentraler Bestandteil der Markenstrategie eines Hotels. Materialien, Licht, Akustik, Proportionen und handwerkliche Details sind keine Einzelentscheidungen – sie formen die Wahrnehmung eines gesamten Hauses.
Unser Anspruch ist es, Hotels dabei zu unterstützen, eine eigene Handschrift zu entwickeln. Nicht durch kurzlebige Trends, sondern durch eine klare Verbindung aus Ort, Geschichte, Architektur und außergewöhnlicher Handwerksqualität.
Gerade im Luxussegment entsteht Wert durch das, was nicht austauschbar ist. Ein Raum muss nicht laut sein, um Eindruck zu hinterlassen. Er muss authentisch sein.
Denn der größte Luxus eines Hotels ist heute nicht, mehr zu bieten – sondern etwas zu bieten, das es nur einmal gibt.

Vielen Dank für das Gespräch!

beenhere

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Bild von Michael Teodorescu

Michael Teodorescu

Als Chefredakteur der Fachmagazine first class und Kaffee & Co. widmet sich Michael Teodorescu seit 20 Jahren mit Leidenschaft den Themen Getränke, Kaffee und Gastronomie. Mit Gastro-Erfahrung und einem besonderen Gespür für Trends und Innovationen in der Branche verbindet er fundiertes Fachwissen mit einem starken Netzwerk. Sein Ziel: Leser mit spannenden Insights, praxisnahen Tipps und inspirierenden Geschichten rund um Genuss und Gastfreundschaft zu begeistern.

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