Christoph Buntzel
Quelle: Wisag

Christoph Buntzel – nominiert als GV-Manager des Jahres 2026

Christoph Buntzel steht für Care Catering mit Haltung: Der Geschäftsführer Care Catering der WISAG verbindet Tempo, Fachlichkeit und Teamgeist mit großem Branchenengagement. Dafür wurde er von seinem Team für die Auszeichnung GV-Manager des Jahres 2026 vorgeschlagen und vom Fachmagazin GVMANAGER nominiert.

„Ein starkes Team entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Rückhalt.“

Christoph Buntzel, Geschäftsführer Care Catering, Wisag

Seit Oktober 2024 ist Christoph Buntzel Geschäftsführer der Wisag Care Catering. Dort verantwortet er rund 900 Mitarbeitende, davon rund 400 Fachkräfte und zwölf Azubis, verteilt auf etwa 50 Betriebe inklusive Zentralküchen.
Trotz Fokus auf „Care Catering“ ist das Spektrum breit: Zum Geschäftsbereich zählen Seniorenverpflegung, Krankenhausverpflegung – inklusive Mitarbeitergastronomie und den teils größten Betriebsrestaurants der Wisag – aber auch die Versorgung von Kitas und Schulen, Einrichtungen für geflüchtete Menschen und des Bereichs Defense. In Summe produziert sein Team ca. 20.000 bis 24.000 Essen am Tag.

Vom Koch zum Geschäftsführer

Christoph Buntzel ist gelernter Koch, Küchenmeister und Betriebswirt. Seine praktische Erfahrung aus der Küche verbindet er heute mit ausgeprägter Prozess- und Führungskompetenz sowie einem starken Fokus auf Lean Management.

Sein erster Stopp in der Gemeinschaftsgastronomie führte ihn zu ISS, wo er rund elf Jahre tätig war. Dort arbeitete er zunächst in der klassischen Betriebsgastronomie und übernahm schrittweise Verantwortung für weitere Betriebe und größere Aufgabenbereiche. Der Wechsel von der Küche ins Management war dabei kein von langer Hand geplanter Karriereschritt. „Ich habe sehr davon profitiert, dass Menschen ihr Know-how weitergegeben haben, mir Schritt für Schritt Verantwortung anvertraut haben.“

Zahlreiche Entwicklungsprogramme, deren Wert er nach eigener Aussage teilweise erst im Rückblick vollständig erkannte, bereiteten ihn auf seine späteren Führungsaufgaben vor. Diese Erfahrung prägt bis heute sein Führungsverständnis. Entwicklung soll nicht an Positionen oder Hierarchien gebunden sein. Wer Potenzial, Eigeninitiative und den Wunsch nach mehr Verantwortung mitbringt, soll die gleichen Chancen erhalten, von denen auch er selbst auf seinem Weg aus der Küche ins Management profitiert hat.

Care-Fokus

2021 folgte der Wechsel in den Care-Bereich. Als Prokurist Geschäftsleitung Catering bei Asklepios vertiefte er seine Expertise in der Klinikverpflegung. Er beschäftigte sich intensiv mit Prozesssteuerung, Standardisierung und der kontinuierlichen Verbesserung komplexer Versorgungsstrukturen.

Die Aussicht einen Geschäftsbereich aktiv weiterzuentwickeln, war Anreiz für ihn zur Wisag zu wechseln. Seit Oktober 2024 agiert er dort als Geschäftsführer der WISAG Care Catering.

Auch über seine hauptberufliche Tätigkeit hinaus engagiert sich Buntzel für die Branche und ihren Nachwuchs. Er ist Prüfer bei der IHK und vertritt im ICA den Gesundheitsmarkt.

Großes HACCP-Projekt

Quelle: Wisag

Auch fachlich setzt Buntzel Zeichen. Innerhalb weniger Monate führte er bundesweit ein digitales HACCP-System ein. Auslöser war ein klarer Anspruch: mehr Transparenz und Sicherheit in den Hygieneprozessen und eine bessere Steuerbarkeit der Abläufe. Historisch gewachsene Prozesse, viele davon auf Papier, waren schlicht zu langsam und zu fehleranfällig gewesen. Sein Erfolgsrezept: Statt auf den erhobenen Zeigefinger setzte er auf Aufklärung sowie eine sehr detaillierte Vorbereitung des Rollouts.

Der entscheidende Erfolgsfaktor war aus Buntzels Sicht nicht Druck, sondern Beteiligung. Früh wurden Betriebsräte eingebunden und die Teams darüber aufgeklärt, dass das System keine Kontrollmaßnahme, sondern eine Entlastung und Absicherung sein soll. Inzwischen vergleichen sich die Regionen spielerisch über ihre Ergebnisse – eine Art interne HACCP-Bundesliga motiviert dazu, die Prozesse weiter zu verbessern. Die Wirkung ist im Alltag messbar: Nach Angaben aus dem Führungsteam spart jeder Betrieb täglich mindestens 20 Minuten Arbeitszeit.

Digitalisierung nicht um jeden Preis

Digitalisierung ist für Buntzel allerdings nie Selbstzweck. „Wir digitalisieren nicht, wenn wir gleichzeitig den Aufwand erhöhen“, sagt er. Digitale Lösungen müssten Teams entlasten, damit sie Zeit für das hätten, worauf es ankomme: Auftraggeber, Gäste und Patienten. Weitere Potenziale sieht er etwa in Logistik, Bandportionierung, Automatisierung und Food-Waste-Management – allerdings nur dann, wenn die Systeme sinnvoll ineinandergreifen und keine neuen Insellösungen schaffen.

Erlebnis statt nur Essen

Zu Buntzels kreativen Ideen zählen Erlebnisformate in Senioreneinrichtungen. Denn für viele Bewohnerinnen und Bewohner ist das Heim nicht nur ein vorübergehender Aufenthaltsort, sondern ihr dauerhafter Lebensmittelpunkt. Einsamkeit und fehlende Abwechslung seien dort reale Themen, weiß Buntzel.

Deshalb organisiert WISAG Care Catering gemeinsam mit den Gastronomieleitungen Aktionen wie Puzzlenachmittage, Märchenstunden, Malangebote, Geschichtenerzähler oder gemeinsame Backaktionen. Auch Virtual-Reality-Angebote und virtuelle Ausflüge werden erprobt. „Mit relativ wenig Aufwand lässt sich viel erreichen“, sagt Christoph Buntzel. „Ein Puzzlenachmittag ist kein Hexenwerk und sprengt kein Budget. Man braucht vor allem Zeit. Aber diese Zeit ist es wert.“

Wertschätzung für Partner aus Pflege

Wertschätzung zeigt sich auch gegenüber den Beschäftigten im Gesundheitswesen: Zum Tag der Pflege wurden auf Buntzels Initiative hin an 48 Standorten mehr als 320 Kilogramm Süßigkeiten an rund 8.000 Pflegende verteilt. Er war dabei selbst vor Ort. Ein Teammitglied kommentierte gegenüber der Redaktion GVMANAGER: „Diese kleine Geste hat gezeigt, dass Christoph Buntzel die Leistung der Menschen wahrnimmt und anerkennt.“

Am Team wird nicht gespart

Parallel investiert der Geschäftsführer Care Catering auch in Nachwuchs und Entwicklung – mit zwölf Auszubildenden, Kooperationen für die Kochausbildung und starken internen Weiterbildungsperspektiven. Teamgeist wird nicht nur gefordert, sondern gefeiert. „Wenn wir sparen müssen, dann nicht am Team“, sagt Buntzel. Große wie kleine Erfolge seien schließlich das Ergebnis gemeinsamer Arbeit.

Sein Führungsstil ist klar, nahbar und konsequent auf Vertrauen gebaut. „Wir“ statt „ich“: Mitarbeitende dürfen Freiräume nutzen, Ideen einbringen und auch Fehler machen. Christoph Buntzel hält dem 900-köpfigen Team dabei den Rücken frei – auch im operativen Alltag. Gute Vorschläge zählen für ihn unabhängig von Hierarchien. Damit schafft er ein Umfeld, das Eigeninitiative fördert und offenbar bindet: Die Fluktuation ist niedrig, das Team eng verbunden.

Den Draht zur Basis hält er nicht nur über regelmäßige Standortbesuche und regionale Meetings. Jeden Freitag informiert er seine Mitarbeitenden persönlich mit den „Freitags-News“ über aktuelle Themen, Projekte und Erfolge – durchaus auch mal mit Humor, wie einen dezenten Hinweis auf den anstehenden Valentinstag – im Sinne des Familienfriedens.

Vom Team geschätzt

Das weiß auch sein Team zu schätzen. Eine Mitarbeiterin aus dem Führungsteam lobt besonders seine Fähigkeit, Menschen mitzunehmen: „Christoph hat große Pläne, unzählige Ideen und kaum ein Tag vergeht, an dem er nicht etwas Neues und Innovatives anstoßen möchte.“ Trotz eines vollen Kalenders sei er jederzeit ansprechbar, höre zu und stelle auch eigene Ideen zurück, wenn eine andere Lösung besser sei. „Das erfordert Größe und ist alles andere als selbstverständlich.“

Ein weiterer Kollege hebt die Verbindung von Klarheit und Freiraum hervor: „Loyalität und Engagement, klare Anweisungen und trotzdem Gestaltungsraum lassen.“ Ein Vertriebsmitarbeiter nennt ihn „einen fairen, innovativen und absoluten Branchenkenner zum Chef“. Und ein Regionalgeschäftsführer fasst die Zusammenarbeit knapp zusammen: „Viel kreatives Engagement, innovative Strategie, großartiger Teamgeist und Spirit und ganz viel gute Laune.“

„Ein starkes Team entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Rückhalt.“

Christoph Buntzel

Nachgefragt bei Christoph Buntzel

Quelle: Wisag

Wie sehen Sie der Zukunft Ihres Bereichs entgegen?

Positiv. Der Krankenhausmarkt verändert sich stark, gleichzeitig wächst der Bedarf in der Seniorenverpflegung demografisch bedingt weiter. Wir müssen uns nur schnell genug bewegen, damit wir diesen Bedarf bedienen können. Wachstum gehört dazu, aber wohl dosiert.

Was begeistert Sie jeden Tag aufs Neue an Ihrem Beruf?

Ich habe einfach Bock darauf. Immer, wenn ich denke, jetzt kommt nichts mehr, was mich überraschen kann, werde ich eines Besseren belehrt. Ich mag es, wenn es turbulent wird, und das ganze Team gefordert ist, ein Problem zu lösen – und das Gefühl es gemeinsam geschafft zu haben. Denn wenn nötig, ziehe ich mir auch eine Kochjacke an und helfe mit.

Wie sieht Ihre persönliche Work-Life-Balance aus?

Ich bin relativ viel unterwegs und versuche deshalb mir die Wochenenden freizuhalten. Dann ist Familienzeit. Gleiches gilt in meinem Urlaub. Sollte die Welt tatsächlich untergehen, bin ich aber natürlich erreichbar.

Welche Eigenschaften sollte ein erfolgreicher GV-Manager mitbringen?

In erster Linie Mut: Mut, Entscheidungen zu treffen – und Rückendeckung zu geben, wenn etwas schiefgeht. Dazu braucht es Fachexpertise. Und im besten Fall weiß man, was eine Entscheidung aus dem Büro konkret in der Küche bedeutet. Es hilft, wenn man selbst einmal in der Küche gestanden hat.

Wie würden Sie sich selbst charakterisieren?

Ich bin sehr strukturiert und zielstrebig, dabei stets pragmatisch und lösungsorientiert, gehe Dinge aber immer mit dem Team an – nie allein. Es ist mir wichtig, Vertrauen und Eigeninitiative zu fördern. Nur wenn etwas schiefläuft, bin ich derjenige, der den Kopf allein hinhält, das ist mein Job.

Verfolgen Sie ein bestimmtes Motto?

Nicht im Sinne eines Leitsatzes, aber Stillstand ist für mich keine Option. Wir müssen in Bewegung bleiben. Wichtig ist mir, dass Lösungen nachhaltig sind: Was heute funktioniert, muss auch morgen und übermorgen noch funktionieren und idealerweise besser sein als das, was wir gestern gemacht haben.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Steckbrief Christoph Buntzel

  • Position: Geschäftsführer, Care Catering, Wisag (seit 10/2024)
  • Werdegang: Koch, Küchenmeister und Betriebswirt; 2008 Debüt in der GV bei ISS, 2020 Wechsel ins Care-Catering zu Asklepios, 2024 Wechsel zu Wisag;
    seit 2019 im IHK Prüfungsausschuss für das Gastgewerbe, seit 2024 im Wirtschaftsausschuss der DZG, seit 2025 Beiratsvorsitzender Care-Gastronomie im ICA
  • Personalverantwortung: 902 Mitarbeiter, davon ca. 400 Fachkräfte
  • Geschäftsbereiche: Care-Gastronomie (Patienten und Klinikmitarbeiter, Senioren), Education (Kitas, Schulen), Flüchtlingsversorgung, Defense
  • Anzahl Essen: 20.000 –24.000 Essen/Tag
  • Besondere Leistungen: bundesweite Einführung eines digitalen HACCP-Managements, besondere Erlebnisformate in der Seniorenverpflegung, wertschätzende Aktionen für Kollegen im Gesundheitswesen

Quelle: Redaktion GVMANAGER

info

Historie der Preisträger

Wer hat alles schon als GV-Manager des Jahres gewonnen? In unserer Historie sehen Sie, wer seit der Premiere unseres Branchenpreises in 2009 bereits als GV-Managerin bzw. GV-Manager des Jahres ausgezeichnet wurde und welche GV-Teams zusätzlich seit 2020 gekürt wurden.

Bild von Claudia Kirchner

Claudia Kirchner

Die Branche der Gemeinschaftsgastronomie begleitet Claudia Kirchner nun schon seit fast 20 Jahren, gestartet als journalistische Quereinsteigerin, wie im Fachjournalismus nicht selten. Dafür ist sie als Dipl.-Oecotrophologin quasi vom „Fach“. Und obwohl ihre Leidenschaft zu Studienzeiten eher der Ernährungsphysiologie und Mikrobiologie, denn der Haushalts- und Großküchentechnik galt, machte sie die redaktionelle Arbeit zu einer ausgewiesenen Technikexpertin. Als einstige FÖJ-lerin sensibilisiert für „Ökologie“, hat sie zudem deren „große Schwester“ – Nachhaltigkeit – frühzeitig in der Münchner Zentralredaktion zum Thema gemacht. Ihr Antrieb als Chefredakteurin des GVMANAGER, Redakteurin des Fachmagazins und Impulsgeberin der Zentralredaktion ist es, den Lesern praxistaugliche Tipps für den Umgang mit kleinen und großen Herausforderungen des Großküchenalltags an die Hand zu geben und spannende Einblicke in Erfolgsrezepte von Kollegen zu geben.

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