Die bayerischen Jugendherbergen haben ihren ausgewiesenen Treibhausgas-Fußabdruck nach eigenen Angaben deutlich gesenkt. Die aktuelle Bilanz für 2025 weist 6,32 kg CO₂e pro Übernachtung und Gast aus, zuvor waren es 9 kg. Der ausgewiesene Treibhausgas-Fußabdruck bezieht sich auf verschiedene Handlungsfelder in den Häusern des Landesverbandes Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk.
Maßnahmen in Verpflegung und Energie als zentrale Stellschrauben
Laut der Auswertung haben insbesondere Maßnahmen im Bereich der Verpflegung einen relevanten Einfluss auf die bilanzierten Emissionen. Fortlaufend durchgeführte Küchen-Coachings vermitteln den Teams beispielsweise, wie sich Lebensmittelreste vermeiden oder mehr bio-regionale Lebensmittel einsetzen lassen. In der 2025er Bilanz wird auch ersichtlich, dass die Verpflegung nicht mehr das emissionsstärkste Handlungsfeld ist. Den größten Anteil an den Emissionen haben nun Energie und Wasser. In diesem Bereich konnten ebenfalls Emissionen reduziert werden, etwa durch zusätzliche Photovoltaikanlagen, Pellet-Heizungen und neue dämmende Fenster.
Umfang und Methodik der Treibhausgasbilanz
In der aktuellen Treibhausgasbilanz der bayerischen Jugendherbergen wurden die Handlungsfelder Energie und Wasser, Reinigung und Wäsche, Abfall und Recycling, Material, Verpflegung und Mobilität berücksichtigt. Die Messergebnisse basieren auf einer erweiterten Datengrundlage und einer detaillierteren Erfassung der relevanten Daten. Für die Erhebung und Verwaltung der Nachhaltigkeitsdaten arbeitet das Jugendherbergswerk Bayern mit Envoria zusammen. Gemeinsam wurde ein speziell auf Jugendherbergen abgestimmter Erhebungsbogen entwickelt.
Die 2025er Bilanzierung ist gegenüber früheren Bewertungen nach Angaben des Jugendherbergswerks detaillierter und trennschärfer. Unter anderem wird bei der Verpflegung genauer zwischen Tiefkühl- und Frischware unterschieden und die Wirkung unterschiedlicher Heizsysteme differenzierter erfasst. Die Transparenz der Datenerhebung und Auswertung zieht sich durch die gesamte Bilanz. So werden die Energiedaten aus den Abrechnungen der Energieversorger übernommen. Abfallmengen beruhen zum Teil auf Hochrechnungen, weil noch nicht an allen Standorten vollständig gewogen wird. Klimabedingte Risiken wurden qualitativ bewertet. Angaben zu Verwertungs- und Beseitigungsquoten liegen nicht vor, da die Behandlung über beauftragte Entsorgungsunternehmen erfolgt.
Orientierung am GHG Protocol und Aktualisierungszyklus
Die Bilanzierung im Jugendherbergswerk Bayern folgt dem GHG Protocol Corporate Standard in der Fassung von 2004. Die eingesetzten Emissionsfaktoren wurden von Fokus Zukunft auf Plausibilität, Quellenqualität, Systemgrenzen und korrekte Datenübertragung geprüft. Die Klimabilanz des Jugendherbergswerk Bayern wird alle zwei Jahre aktualisiert, die nächste Bilanz ist für 2027 vorgesehen. Ein belastbarer Vergleich mit anderen Übernachtungsanbietern ist nach Angaben des Landesverbandes nur bedingt möglich und würde vergleichbare Bilanzgrenzen, Datenquellen und Methodiken voraussetzen, die jedoch nicht zur Verfügung stehen beziehungsweise nicht veröffentlicht werden.
Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk
Der Landesverband Bayern im Deutschen Jugendherbergswerk ist als gemeinnütziger Verein Betreiber und Partner von derzeit 46 Jugendherbergen. Davon werden 34 Häuser in Eigenregie geführt, 12 Häuser werden durch Partner betrieben, zum Beispiel durch Kommunen oder Verbände. Der Landesverband verfolgt unmittelbar gemeinwohlorientierte Aufgaben. Seit Gründung des Deutschen Jugendherbergswerks steht ein wesentlicher Gedanke im Vordergrund: Junge Menschen sollen unabhängig von Herkunft und sozio-ökonomischem Status die Welt entdecken, Gemeinschaft erleben und ihren Horizont erweitern. Die Jugendherbergen sind nach eigenen Angaben ein vielseitiger Lern- und Erlebnisort mit abwechslungsreichen und lebensweltorientierten Programmangeboten für Schulklassen, Gruppen und Familien in den Bereichen Soziales Lernen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Kultur und Sport. Im Jugendherbergswerk sind rund 2,4 Millionen Menschen organisiert.
Quelle: Deutsches Jugendherbergswerk
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