Bio kann jeder
Quelle: a‘verdis/Jakob Schnetz

Initiative „Bio kann jeder“ setzt bundesweite Kita-Workshops fort

Die Initiative „Bio kann jeder“ setzt ihre über 20-jährige Erfolgsgeschichte als bundesweite Initiative für eine nachhaltige Kita- und Schulverpflegung fort. Seit März 2026 finden erneut Informationsveranstaltungen in ganz Deutschland statt, im November steht ein Endspurt mit zahlreichen weiteren Workshops in vielen Bundesländern an. Die Angebote zeigen, dass eine nachhaltige Verpflegung mit Bio-Lebensmitteln in Kitas und Schulen gelingen kann und die Workshops Einrichtungen sowohl beim Einstieg in Bio als auch bei der Erhöhung des Bio-Anteils unterstützen.

Kreative Workshop-Konzepte für mehr bio-regionale Verpflegung

Um die Wünsche und Erwartungen der Teilnehmenden aufzugreifen, entwickeln die Regionalpartner von Bio kann jeder kontinuierlich neue Ansätze, um Theorie anschaulich und praxisnah zu vermitteln. In Mecklenburg-Vorpommern hat Workshopleiterin Anna Hope vom Regionalpartner Bio in MV etwa mit einer „Saisonkalender-Rallye“ den Einsatz saisonaler und regionaler Gemüse mit den Teilnehmenden erarbeitet. Eine zentrale Frage lautete dabei, wie Kohl in winterliche Speisepläne integriert werden kann. Die „Winter-Challenge“ machte deutlich, dass sich mit kreativen Rezepten auch in der kalten Jahreszeit attraktive saisonale und regionale Alternativen entwickeln lassen, die den Geschmack der Kinder treffen.

Das Resümee einer Hauswirtschafterin lautete: „Saisonal und nach DGE-Standard in fünf Minuten, das hat mich überrascht. Mit Wurzelgemüse, Kohl und Hülsenfrüchten geht im Winter viel mehr, als man denkt.“ In einer „Logistik-Safari“ wurden zudem Lieferwege und Bezugsquellen auf einer Landkarte sichtbar gemacht, um gemeinsam regionale Bio-Alternativen auszuloten. Ein Teilnehmer zog daraus den Schluss: „Ich nehme mir vor, mit unserem Lieferanten zu sprechen, was er regional und in Bio anbieten kann. Das Spiel hat mir gezeigt, wo ich ansetzen kann.“

Küchenalltag im Mittelpunkt: Alltagsrezepte und Ernährungsbildung

Bei allen Bio kann jeder Workshops steht der konkrete Küchenalltag der Einrichtungen im Fokus, vom Frühstück über Zwischenverpflegungen bis zum Mittagessen. Häufig wird gemeinsam gekocht, wobei vor allem alltagstaugliche und erprobte Rezepturen mit Bio-Gemüse im Mittelpunkt stehen, etwa Wraps, Vitaminschnitten und Gemüsewaffeln. Zusätzlich werden neue Rezepte getestet, um Hülsenfrüchte und andere pflanzliche Proteinquellen in die Speisepläne zu integrieren. Die Regionalpartner betonen die Bedeutung des praktischen Ausprobierens.

Constantine Youett von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg erklärt: „Wir helfen dabei, vom Reden ins Machen zu kommen und das Gehörte und Gelernte zu verinnerlichen.“ Besonders hilfreich sei, dass erprobte Rezepte direkt am nächsten Tag in den Einrichtungen umgesetzt werden können. Der Austausch der Teilnehmenden wird gefördert, wenn beim gemeinsamen Kochen Erfahrungen geteilt werden. Kochpraktische Workshops können zudem neue Lernorte erschließen, etwa das Kochen direkt auf dem Acker, ergänzt um Theorieeinheiten mit Stift und Papier. Melanie Werner vom Thüringer Ökoherz stellt fest: „Kreative Bio-Snacks für den Kita- und Schulalltag, selber aktiv werden, kochen, neue Rezepte ausprobieren – geht immer!“ Ernährungsbildung wird dabei stets mitgedacht, etwa über die Anlage von Kräutergärten und die Sensibilisierung von Eltern.

Bio kann jeder für Einsteiger und Fortgeschrittene

Die Workshops von Bio kann jeder richten sich an Einrichtungen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungsständen im Umgang mit Bio-Lebensmitteln. Für Kitas und Schulen, die bereits Bio-Erfahrung haben und ihren Bio-Anteil weiter steigern möchten, werden Speisepläne analysiert und konkrete Potenziale für eine Erhöhung des Bio-Anteils herausgearbeitet. Darüber hinaus werden Akteure aus Berufsschulen angesprochen, um das Thema Bio in die Berufsschullehre zu integrieren und angehenden Fachkräften praxisbezogene Kenntnisse für eine nachhaltige und gesundheitsfördernde Verpflegung zu vermitteln. Um Einrichtungen im ländlichen Raum mit langen Anfahrtswegen zu erreichen, setzen die Regionalpartner auch auf Online-Formate wie Showcooking-Events oder virtuelle Hofführungen. Ergänzend wird ein Angebot überregionaler Online-Basis-Seminare mit unterschiedlichen Schwerpunkten bereitgestellt. Bis in den November hinein sind bundesweit noch zahlreiche Veranstaltungen von Bio kann jeder geplant.

Fortführung der Initiative Bio kann jeder im Jahr 2027

Auch 2027 wird Bio kann jeder mit zahlreichen bundesweiten Praxisworkshops fortgeführt. Verantwortliche in Kitas und Schulen werden weiterhin dabei unterstützt, eine nachhaltige Verpflegung Schritt für Schritt in den Alltag zu integrieren. Die Initiative verbindet Praxiswissen, Austausch und konkrete Impulse für mehr Bio auf dem Teller und begleitet Einrichtungen bei der Umsetzung. Bio kann jeder wird im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) durchgeführt.

Quelle: Ökolandbau

Bild von Lukas Steiglechner

Lukas Steiglechner

Mit seiner langjährigen Erfahrung als Fachjournalist berichtet Lukas Steiglechner aus der Zentralredaktion in München über aktuelle Entwicklungen in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Dabei legt er Wert auf klare Einordnung, relevante Entwicklungen und praxisnahe Perspektiven für das professionelle Gastgewerbe.

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