Tiefgekühlt oder frisch? Klassische Pommes, Wellenschnitt oder veredelt? Welche Kartoffelprodukte den Außer-Haus-Markt dominieren, zeigt eine Auswertung des GV-Panels von Geo-Marketing und der Garoma Speisekartendatenbank zum gleitenden Jahr (MAT) 2026.
Stabiler Markt
Hauke Arns bezeichnet die Kartoffel als „Anker im Sortiment“: „Sie ist konstant nachgefragt, ohne große Preissprünge. Das macht sie für die Küche gut kalkulierbar“, so das Fazit des Geschäftsführer von Geo-Marketing zur exklusiven Analyse, die er für Leser des GVMANAGER erstellte. Anders als viele stark verteuerte Warengruppen zeigt sich der Markt für Kartoffelprodukte im Außer-Haus-Bereich bemerkenswert stabil: Der Umsatz liegt mit rund 533 Mio. Euro nur 0,4 Prozent über dem Vorjahr, die abgesetzte Menge sogar leicht darunter (−0,1 Prozent). Auch der Durchschnittspreis je Einheit bewegte sich mit +0,5 prozent kaum. Von der Teuerung, die etwa beim Fleisch das Wachstum trieb, ist hier wenig zu spüren.
Zwei Marktsegmente führend
Der Kartoffelmarkt ruht auf zwei etwa gleich großen Säulen: TK-Pommes und TK-Wedges kommen auf 40,4 Prozent des Umsatzes (215,7 Millionen Euro), die frischen beziehungsweise vorbereiteten Kartoffelprodukte auf 39,6 Prozent (211,1 Millionen Euro). Zusammen machen sie rund 80 Prozent aus.
Es folgen TK-Kartoffelspezialitäten mit 14,6 Prozent und TK-Kartoffelpuffer und -Rösti mit 5,4 Prozent.
Convenience legt zu
Beim Wachstum zeigt sich der Convenience-Trend, der auch andere Warengruppen prägt. Die beiden großen Volumensegmente treten praktisch auf der Stelle (frische Kartoffelprodukte −0,3 Prozent, TK-Pommes und -Wedges −0,4 Prozent). Die kleineren, verarbeitungsintensiveren TK-Spezialitäten wachsen dagegen deutlich: +3,7 Prozent bei den Kartoffelspezialitäten und +1,9 Prozent bei Kartoffelpuffern und Rösti – und zwar mengengetragen, nicht über den Preis. „Wo Personal knapp ist, greift die Küche zum fertig vorbereiteten Produkt. Genau diese Spezialitäten wachsen – ein Muster, das wir warengruppenübergreifend sehen“, resümiert Hauke Arns.
Kartoffeln – Gewinner und Verlierer
Aufwändigere Fertigprodukte legen zu: Kartoffelklöße und -knödel gewinnen 9,9 Prozent, diverse TK-Kartoffelspezialitäten 8,5 Prozent, Kartoffelgratin und -auflauf 7,6 Prozent. Verlierer sind die klassisch-frischen Zubereitungen, die viel Handarbeit bedeuten – Bratkartoffeln brechen um 15,1 Prozent ein, Kartoffelpüree gibt fünf Prozent nach. Die absatzstärksten Klassiker Pommes frisch und TK-Pommes bleiben nahezu unverändert.
Quelle: B&L MedienGesellschaft
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