CoffeeVoices startet als neues entwicklungspolitisches Austauschprogramm im Kaffeesektor und richtet sich an junge Fachkräfte aus Deutschland und Tansania, die sich mit den Bedingungen der Kaffeeproduktion und nachhaltigem Kaffeekonsum auseinandersetzen möchten. Gesucht werden junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren aus dem deutschen Kaffeesektor, die bereit sind, sich über mehrere Monate hinweg verbindlich in ein intensives Programm mit Begegnungen in beiden Ländern einzubringen.
Konzept und Ziele von CoffeeVoices
CoffeeVoices ist ein entwicklungspolitisches Austauschprogramm im Kaffeesektor. Je fünf junge Menschen aus dem deutschen und dem tansanischen Kaffeesektor bilden Tandems und produzieren gemeinsam kurze Dokumentarvideos über die Realität der Kaffeeproduktion. Diese „Coffee Stories“ thematisieren Arbeit, Herausforderungen, Realität und Menschen hinter jeder Tasse Kaffee und werden in Deutschland persönlich vorgestellt, um ein stärkeres Bewusstsein für nachhaltigen Kaffeekonsum zu schaffen.
Das Programm wird im Rahmen der Programmlinie Teams Up! des Deutsch-Afrikanischen Jugendwerks gefördert. Die Finanzierung erfolgt durch Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Träger ist die Schorlemer Stiftung des Deutschen Bauernverbandes. Der geplante Projektzeitraum reicht von September 2026 bis Juli 2027. Thematischer Fokus ist SDG 12 „Nachhaltiger Konsum und Produktion“.
Zielgruppe und Teilnahmevoraussetzungen
Bewerben können sich junge Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren mit beruflichem oder studienbezogenem Bezug zum Kaffeesektor. Angesprochen sind Angestellte, Auszubildende, Baristas, Röster sowie Studenten mit Kaffee- oder Nachhaltigkeitsfokus. Für die Kommunikation werden Englischkenntnisse benötigt, ein akademisches Niveau ist dafür nicht erforderlich.
Von den Teilnehmern wird eine verbindliche Teilnahme an allen Phasen des Programms erwartet, einschließlich der digitalen Vorbereitung. Sie müssen bereit sein, jeweils 16-tägige Aufenthalte in Tansania und Deutschland zu absolvieren und Offenheit für interkulturelle Zusammenarbeit und kritische Auseinandersetzung mit globalen Lieferketten mitbringen. Außerdem ist eine aktive Mitarbeit in der Programmgestaltung vorgesehen. Die einmalige Programmgebühr beträgt 500 Euro.
Programmstruktur und Inhalte
Der Ablauf von CoffeeVoices gliedert sich in fünf Phasen. In der Vorbereitungsphase von September 2026 bis Mitte Oktober finden digitale Workshops zu Storytelling, Videoproduktion und interkultureller Kommunikation statt. In dieser Zeit werden auch die deutsch-tansanischen Tandems gebildet. Der Zeitaufwand liegt im Durchschnitt bei ein bis drei Stunden pro Woche und wird an die Verfügbarkeiten der Teilnehmer angepasst.
Die erste Begegnung in Tansania ist für Mitte Oktober 2026 über 16 Tage geplant. Sie umfasst Seminare, Exkursionen entlang der Kaffeewertschöpfungskette, Kurzzeitpraktika auf Kaffeefarmen und den Dreh der Dokumentarvideos. Es folgt eine Zwischenphase von November 2026 bis März 2027 mit digitaler Nachbereitung und Materialbearbeitung sowie der Vorbereitung der Bildungsveranstaltungen in Deutschland. Anfang April 2027 schließt sich die 16-tägige Rückbegegnung in Deutschland an. Bestandteil sind Seminare, Hospitationen der tansanischen Teilnehmer in deutschen Kaffeebetrieben und die gemeinsame Präsentation der Dokumentarvideos im Rahmen selbstorganisierter öffentlicher Veranstaltungen. Bis Ende Juli 2027 folgt die Nachbereitung mit Evaluation und Alumni-Vernetzung.
Leistungen und Mehrwert für Teilnehmer
Für die Teilnehmer werden alle Reise-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten aus Fördermitteln getragen. Zusätzlich bietet CoffeeVoices professionelle Schulungen in Storytelling und Videoproduktion, eine Erweiterung interkultureller Kompetenzen sowie vertiefte Einblicke in die tansanische Kaffeeproduktion von der Farm bis zur Tasse. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer Zugang zu einem wachsenden Netzwerk im Kaffeesektor und ein Teilnahmezertifikat.
Bewerbungsprozess und Fristen
Für die Bewerbung sind ein Lebenslauf, ein Motivationsschreiben, Nachweise zu Ausbildung oder Studium sowie relevante Arbeitsreferenzen einzureichen. Diese Unterlagen sollen auf Englisch oder mit englischer Übersetzung vorgelegt werden. Nach einer Vorauswahl werden die Bewerber zu einem digitalen Auswahlseminar Anfang September eingeladen, in dem die endgültige Entscheidung über die Teilnahme am Programm getroffen wird. Bewerbungsschluss ist der 31. August 2026.
Rolle und Nutzen für Kaffeebetriebe
Für deutsche Kaffeebetriebe sieht CoffeeVoices verschiedene Möglichkeiten vor, das Programm zu unterstützen. Mitarbeiter, die in Vollzeit tätig sind, benötigen insgesamt etwa 24 Werktage Freistellung, jeweils zwölf Arbeitstage für die beiden Begegnungen, verteilt über zwölf Monate. In der Vor- und Zwischenphase finden gelegentlich digitale Veranstaltungen statt, die an die Arbeitszeiten der Teilnehmer angepasst werden. Interessierte Mitarbeiter bewerben sich eigenständig beim Programm; der Betrieb unterstützt die Bewerbung und stellt die nötige Freistellung sicher. Die finale Auswahl der Teilnehmer trifft die Schorlemer Stiftung. Für die Betriebe entstehen keine finanziellen Kosten, da alle Programm-, Reise- und Aufenthaltskosten vollständig aus Fördermitteln getragen werden.
Für teilnehmende Betriebe bietet CoffeeVoices mehrere Vorteile. Die Mitarbeiter gewinnen ein tiefes Verständnis für Produktionsbedingungen und Lieferkettenrealitäten im Ursprungsland, das direkt in die tägliche Arbeit einfließen kann. Während der Rückbegegnung hospitieren tansanische Kaffeeproduzenten in den Betrieben, was einen fachlichen Austausch auf Augenhöhe ermöglicht. Im Rahmen der öffentlichen Bildungsveranstaltungen können neben dem „Projektkaffee“ auch eigene Kaffeesorten aus dem Partnerland präsentiert und verkostet werden. Die im Programm produzierten Videos und Fotos stehen für die Kundenkommunikation zur Verfügung. Darüber hinaus kann CoffeeVoices Ausgangspunkt für langfristige Partnerschaften zwischen den teilnehmenden Betrieben und tansanischen Produzenten sein.
Quelle: Schorlemer Stiftung