Gastronomie auf dem Land
Quelle: B&L MedienGesellschaft/Flux (KI)

Gastronomie auf dem Land droht zu verschwinden

Viele Gastronomiebetriebe im ländlichen Raum stehen wirtschaftlich unter Druck, während ihre Bedeutung für regionale Esskultur, Lebensqualität und soziale Teilhabe von Gästen wie Betrieben gleichermaßen als hoch eingeschätzt wird. Dies zeigen zwei aktuelle Umfragen von Metro unter Landgastronomen sowie gemeinsam mit YouGov unter der Bevölkerung, die die Rolle der Gastronomie auf dem Land als wirtschaftlicher Faktor, sozialer Treffpunkt und Träger regionaler Küche detailliert beleuchten.

Landgastronomie als Anker der Lebensqualität

Ein zentrales Ergebnis der Befragung von Metro ist die enorme Bedeutung, die Landgastronomen ihren eigenen Betrieben für die Region beimessen. 97 Prozent der befragten Gastronomen sehen ihren Betrieb als wichtig oder sehr wichtig für die Lebensqualität vor Ort, 90 Prozent bewerten ihr Haus als bedeutenden Treffpunkt für die lokale Gemeinschaft. Kein Befragter hält die soziale Funktion seines Betriebs für unwichtig. Metro beschreibt die Gastronomie auf dem Land in diesem Zusammenhang als sozialen und kulturellen Ankerpunkt, der das Zusammenleben im ländlichen Raum maßgeblich prägt.

Befragung der Landgastronomen (Quelle: Metro)

Dieses Selbstbild der Betriebe spiegelt sich deutlich in den Antworten der Gäste wider. In der Umfrage geben 81 Prozent der Befragten an, dass Landgasthöfe wichtig für die Lebensqualität im ländlichen Raum sind. Besonders hervorgehoben werden soziale Interaktion sowie die Pflege regionaler Traditionen und Bräuche. 43 Prozent bewerten die soziale Interaktion als eher wichtig und weitere 28 Prozent als sehr wichtig, während 38 Prozent für die Erhaltung von Traditionen und Bräuchen eine eher wichtige und 36 Prozent eine sehr wichtige Rolle sehen.

Metro verweist darauf, dass es für viele Gastronomiebetriebe auf dem Land derzeit nicht leicht ist, wirtschaftlich stabil zu arbeiten. Gleichzeitig steht beim Thema Landgastronomie mehr auf dem Spiel als einzelne Betriebe, da hier ein wichtiger Teil des regionalen kulinarischen Erbes einer vielfältigen deutschen Esskultur bewahrt wird.

Rolle regionaler Küche

Die Umfragen zeigen eine enge Verknüpfung von Landgasthöfen mit regionaler Küche. 86 Prozent der befragten Gastronomen sehen in regionalen Gerichten einen zentralen Treiber für die Attraktivität ihres Angebots. Gleichzeitig bestätigen 82 Prozent der Gäste die enge Verbindung von Landgasthöfen mit regionalen Spezialitäten. Für die Hälfte der Befragten ist die regionale Küche sogar der wichtigste Grund, einen Landgasthof zu besuchen. Besonders beliebt sind Fleischgerichte wie Braten und Schnitzel, die gemeinsam auf 25 Prozent der am häufigsten genannten Gerichte kommen. Als stärksten positiven Trend der letzten Jahre nennen die befragten Landgastronomen die stärkere Wertschätzung regionaler Speisen mit 71 Prozent.

Befragung der Gäste von Landgastronomie (Quelle: Metro)

Auch im Betriebsalltag zeigt sich die Verankerung regionaler Küche. Rund 90 Prozent der Gastronomen geben an, häufig oder sehr häufig regionale Produkte einzusetzen. Metro betont, dass regionale Beschaffung damit kein Nischenthema, sondern gelebter Standard und ein zentraler Bestandteil der Wertschöpfung im ländlichen Raum ist. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, lokale Produzenten zu stärken und kurze Lieferketten aufrechtzuerhalten.

Die Erwartungen der Gäste an Landgasthöfe sind insgesamt hoch. 68 Prozent messen hausgemachten Speisen eine sehr hohe Bedeutung bei, 50 Prozent legen großen Wert auf Saisonalität und 48 Prozent auf regionale Zutaten. Transparenz über die Herkunft der Produkte sowie die Zusammenarbeit mit lokalen Erzeugern sind für jeweils rund 40 Prozent ebenfalls sehr wichtig.

Die Bedeutung eines passenden Ambientes und regionaler Spezialitäten wird zusätzlich hervorgehoben. Für 72 Prozent der Befragten ist eine gemütliche Atmosphäre entscheidend für einen gelungenen Besuch, 67 Prozent nennen die regionale Küche als prägendes Element. Aspekte wie Heimatgefühl und eine kurze Entfernung zum Lokal spielen für 40 beziehungsweise 38 Prozent eine wichtige Rolle. Eine hohe Weiterempfehlungsbereitschaft unterstreicht die positive Wahrnehmung der Betriebe: 49 Prozent würden Landgastronomien auf jeden Fall weiterempfehlen, 37 Prozent gelegentlich.

Wirtschaftlicher Druck und Zukunftssorgen

Die Situation vieler Gastronomiebetriebe im ländlichen Raum ist wirtschaftlich angespannt. Verschwinden diese Betriebe, droht mit ihnen auch ein Stück regionaler Esskultur verloren zu gehen. Landgasthöfe sind Orte des Zusammenkommens und des Erhalts regionaler Kulinarik, deren Rolle deutlich stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte rücken muss.

Die Umfrage zeigt ein wachsendes Problembewusstsein bei der Landbevölkerung. 67 Prozent der Befragten äußern Bedenken, dass Landgasthöfe zunehmend verschwinden könnten. Aus Sicht der Betreiber stellen Bürokratie mit 86 Prozent, der Wunsch nach mehr politischer Unterstützung mit 51 Prozent sowie der Bedarf an mehr Wertschätzung seitens der Gäste mit 29 Prozent die drei größten Herausforderungen dar. Trotz dieser Belastungen blickt der Großteil der befragten Gastronomen vergleichsweise optimistisch in die Zukunft: 62 Prozent bewerten ihre Perspektive positiv, während ein Drittel, 32 Prozent, eher negativ oder negativ antwortet.

Metro zieht aus den Umfrageergebnissen und der täglichen Zusammenarbeit mit ländlich angesiedelten Kunden den Appell, die Rolle der Landgastronomie stärker sichtbar zu machen – sowohl als relevanten wirtschaftlichen Faktor als auch als sozialen Treffpunkt und Träger regionaler Identität.

Metro als Partner der ländlichen Gastronomie

Metro beschreibt sich als Partner der Gastronomie, der sich für die Themen der Landgastronomie stark macht. Das Unternehmen betont, dass in Landgasthöfen ein wichtiger Teil des regionalen kulinarischen Erbes einer vielfältigen deutschen Esskultur bewahrt wird und hebt die Bedeutung dieser Betriebe für Lebensqualität, Gemeinschaft und kulturelle Identität hervor.

Steffen Greubel, CEO von Metro, ordnet die Situation mit Blick auf seine Erfahrungen im ländlichen Raum ein: „Gutes Essen gibt es auch abseits der deutschen Großstädte. Ich bin oft im ländlichen Raum unterwegs und treffe dort Menschen, die mit viel Herzblut ihre Betriebe führen, oft seit Generationen. Sie sind herzliche Gastgeber und echte Macher in ihrem Heimatort. Für sie sind starke Beziehungen zu den Gästen besonders wichtig, da wenig Laufkundschaft zufällig ihr Restaurant besucht. Und fast jede Region in Deutschland hat Spezialitäten zu bieten, die genau diese Betriebe oft seit vielen Jahren anbieten, das ist besonders und erhaltenswert.“

Quelle: Metro

Bild von Lukas Steiglechner

Lukas Steiglechner

Mit seiner langjährigen Erfahrung als Fachjournalist berichtet Lukas Steiglechner aus der Zentralredaktion in München über aktuelle Entwicklungen in Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Dabei legt er Wert auf klare Einordnung, relevante Entwicklungen und praxisnahe Perspektiven für das professionelle Gastgewerbe.

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