Der Orderbird Getränke-Index 2025 zeigt für den deutschen Außer-Haus-Markt eine stabile Nachfrage nach Klassikern wie Kaffee, Bier und Wasser. Gleichzeitig findet aber eine Verschiebung hin zu Premium- und Lifestyle-Getränken wie Matcha-Latte, Spritz-Varianten und Gin Tonic statt. Für die Gastronomie ergeben sich daraus sowohl Umsatzpotenziale als auch Ansatzpunkte für ein profiliertes Getränkeangebot. Die aktuellen Daten der Studie belegen: Die Gäste trinken, was sie kennen – aber mit mehr Stil, mehr Spritz und einer Prise Trendbewusstsein und Genussneugier.
Die wichtigsten Erkenntnisse des Orderbird Getränke-Index
- Die Deutschen bleiben den Klassikern treu, experimentieren aber auch mehr.
- Kaffee bleibt die Nummer Eins: Fast jedes vierte Getränk ist ein Kaffee. Aber es gibt mehr Vielfalt in den Bestellungen.
- Fast jeder vierte Gast bestellt in Deutschland ein Bier.
- Spritzkultur boomt in Deutschland. Zwar ist Aperol Spritz nur noch jeder dritte Cocktail statt jeder zweite wie in 2023, doch bringen Liqueur-Spritz-Varianten mehr Abwechslung.
- Gin Tonic auf dem Vormarsch: Jeder dritte Longdrink ist ein Gin Tonic.
- Matcha Latte: Der grüne Trenddrink ist ein Symbol dafür, dass Gäste zunehmend auf Premium-Genuss setzen.
Die Gastronomie erlebt eine zweifache Dynamik: Auf der einen Seite die Treue zu den Klassikern wie Kaffee, Bier und Wasser. Diese Getränke machen zusammen mehr als die Hälfte aller Getränkebestellungen aus. Auf der anderen Seite der Aufbruch zu neuen Geschmackserlebnissen: Matcha Latte, Spritzvarianten und Premium-Kaffeespezialitäten gewinnen an Bedeutung. Neben Einblicken darüber, welche Drinks am meisten getrunken wurden, zeigen die Daten auch, welche Heißgetränke besonders gefragt waren und bei welchen Durstlöschern 2025 deutlich tiefer in die Tasche gegriffen werden musste als noch in den Jahren zuvor.
Kaffee, Bier und Wasser bleiben die beliebtesten Getränke
Laut den Getränke-Charts bleibt Kaffee für die deutsche Gastronomie eine der wichtigsten Säulen. Er findet sich in mehr einem Viertel aller Getränkebestellungen (27 Prozent) wieder – das sind sogar vier Prozent mehr als 2023. Zum Vergleich: In der Schweiz ist der Kaffee mit mehr als die Hälfte das unangefochtene Standardgetränk. Es zeigt, dass Kaffee mehr als ein Getränk ist. Es ist ein kulturelles Ritual.
Auf Platz zwei der beliebtesten Getränke in Deutschland folgt Bier. Es taucht in 23 Prozent aller Bestellungen auf – 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit bleibt es fester Bestandteil der deutschen Trinkkultur. Zum Vergleich: In Österreich sind 28,4 Prozent der bestellten Getränke ein Bier.
Platz drei belegt Wasser. Zwar spielt es mit sechs Prozent im Vergleich zu Kaffee und Bier eine eher untergeordnete Rolle, bleibt aber dennoch eines der beliebtesten Getränke. Allerdings wird Wasser dicht verfolgt von Cola mit fünf Prozent. Einen deutlichen Unterschied gibt es hier in der Schweiz, so der Softdrink 27 Prozent ausmacht.

Stabile Absatzzahlen sind das eine, doch ein sich veränderndes Umfeld das andere. Gäste erwarten mittlerweile mehr als ihren gewohnten Kaffee oder ihr Bier. Sie suchen nach Qualität, Vielfalt und Erlebnis. Vor allem in Großstädten steigt daher die Nachfrage nach besonderen Kaffeespezialitäten und Craft-Bieren.
Matcha oder Espresso?
Das Kaffeesegment ist zweigeteilt. Espresso dominiert mit mehr als der Hälfte (56 Prozent) aller Kaffeebestellungen. Allerdings gewinnt Matcha Latte mit einem Fünftel (21 Prozent) aller Bestellungen massiv an Bedeutung. Schon fast abgeschlagen auf Platz drei ist der Cappuccino mit acht Prozent.

Eigentlich ein Grüntee hat sich Matcha dennoch als Premium-Heißgetränk in kurzer Zeit etabliert, sodass es sogar Cafés gibt, die sich ausschließlich auf Matcha spezialisieren. Der Durchschnittspreis von 6,06 Euro macht Matcha Latte nicht nur zum teuersten Heißgetränk, sondern auch zu einem Symbol für das Verlangen nach Premium-Genuss neben den Klassikern. Die Gäste entscheiden sich lieber für den grünen Trend-Drink als für einen Chai Latte, der mit sechs Prozent aller Bestellungen eher im unteren Bereich angesiedelt ist.
Deutsche trinken also nicht mehr einfach nur Kaffee. Sie entscheiden sich immer mehr für Genussmomente – in Form eines klassischen Espressos oder als Lifestyle-Getränk Matcha Latte. So oder so ist Kaffee längst mehr als nur ein Getränk.

Im Teesegment setzt sich dieser Trend fort: Fast jeder dritte Tee ist ein Ingwertee (32 Prozent) und mehr als jeder sechste Drink ist ein Pfefferminztee (17 Prozent). Grünen Tee bestellen zehn Prozent der Deutschen. Neu hinzugekommen: Matcha Tee hat sich mit zwölf Prozent auch hier als Premium-Produkt etabliert. Das zeigt, dass der grüne Trend nicht nur bei Kaffeegetränken, sondern auch im Teesegment angekommen ist. Traditionelle Tees wie Schwarztee (acht Prozent) oder Darjeeling (vier Prozent) verlieren an Bedeutung – die Gäste wollen Tee-Spezialitäten, die Geschmack und
Lifestyle verbinden.
Ist Aperol Spritz immer noch am beliebtesten?
Ja, Aperol Spritz bleibt die Nummer eins unter den Cocktails und Aperitifs. Generell ist der gesamte DACH-Raum fest im Griff der Aperitivo-Kultur. Aber auch wenn der Aperol Spritz mit 33 Prozent der Bestellungen noch am beliebtesten ist, hat er doch etwas an Zuspruch verloren, schließlich waren es 2023 noch 41,4 Prozent. In Österreich und der Schweiz ist von so einem Trend nichts zu sehen. Der Aperol Spritz bleibt in Österreich mit 60,6 Prozent und in der Schweiz mit 47,8 Prozent das absolute Top-Getränk.

Im Gegensatz dazu werden die Deutschen experimentierfreudiger. Jeder achte Cocktail (zwölf Prozent) ist ein Liqueur Spritz, Lillet Wild Berry legt auf fünf Prozent zu und auch Sarti Rosa Spritz kommt auf sechs Prozent. Währenddessen flacht der frühere Hit Hugo auf fünf Prozent ab. Unter den Cocktails und Aperitifs belegt insgesamt der Gin Tonic den dritten Platz mit sechs Prozent. Die deutschen Gäste scheinen also eine Lust auf Abwechslung zu haben, die in Österreich und der Schweiz fast gar nicht vorkommt.
Gin Tonic bleibt der beliebteste Longdrink
Während er bei den Cocktails und Aperitifs nur Platz drei belegt, bleibt der Gin Tonic König unter den Longdrinks. Mit einem Drittel aller Bestellungen ist mit Abstand der beliebteste Longdrink in Deutschland. Damit hat er im Vergleich zu 2023 sogar um fünf Prozent zugelegt. Gefolgt wird der ungeschlagene Spitzenreiter von Vodka Energy auf Platz zwei mit 16 Prozent und Whisky Cola auf Platz drei mit 13 Prozent.

Premium-Getränke sind Treiber für die Gastronomie
Klassische Getränke wie Bier und Wasser haben eine moderate Preissteigerung von vier Prozent verzeichnet. Bei Premium-Produkten ist die Anpassung deutlicher. Matcha Latte wurde um 15 Prozent teurer, Cappuccino um 16 Prozent und Schorlen um zehn Prozent.

Hintergrund ist, dass die Gastronomie auf Qualität, Handwerk und Geschmackserlebnisse setzt. Gäste honorieren das und sind auch bereit, dafür mehr zu zahlen. Gäste zahlen bei einem Matcha Latte nicht nur für ein Getränk, sondern für ein Erlebnis. Eine perfekte Zubereitung, ein besonderes Aroma, ein Genussmoment. Dabei suchen die Gäste vor allem auch nach Abwechslung. Neben dem klassischen Matcha Latte gewinnen kreative Varianten an Zuspruch wie etwa Mango-Matcha, Erdbeer-Matcha oder Weißchoki-Matcha. Der Trend geht über den ursprünglichen Genuss hinaus und bedient Experimentierfreudigkeit und Instagram-Tauglichkeit.
Dass Klassiker wie Bier und Kaffee erschwinglich bleiben, zeigt, dass die Preissteigerungen bei Premium-Produkten ein Zeichen für die Aufwertung der Gastronomie ist. Es zeigt die Bereitschaft der Gäste, für Qualität und Innovation tiefer in die Tasche zu greifen.
Bundesländer im Preisvergleich: Wo trinkt es sich am teuersten?
In Deutschland sind die regionalen Unterschiede sehr deutlich, dadurch zeigen sich auch die Vielfalt und die Preispolitik der Gastronomie. Hamburg, Hessen und Berlin fallen über mehrere Kategorien hinweg mit den höchsten Preisen auf. Die Hansestadt Hamburg ist bei Cocktails und Aperitifs das teuerste Pflaster. Hier kostet beispielsweise ein Aperol Spritz 8,19 Euro und ein Gin Tonic 9,39 Euro.
Auch bei Kaffeespezialitäten und Tees liegt Hamburg vorne. Das liegt vor allem an der hohen Kaufkraft der Stadt, aber auch daran, dass es ein Hotspot für Trends und Lifestyle ist. Hier werden neue Ideen entwickelt und Gäste sind bereit, dafür zu zahlen. Das Saarland punktet hingegen mit günstigen Preisen, etwa beim Cappuccino für 3,38 Euro oder einem Chai Latte für 4 Euro. Die regionalen Unterschiede sind in allen Kategorien mehr als deutlich.
Durchschnittspreise der Bundesländer für Cocktails

- Hamburg: 8,96 Euro
- Hessen: 8,71 Euro
- Berlin: 8,41 Euro
- Bremen: 8,39 Euro
- Schleswig-Holstein: 8,19 Euro
- Bayern: 8,11 Euro
- Baden-Württemberg: 8,08 Euro
- Mecklenburg-Vorpommern: 8,03 Euro
- Sachsen: 7,97 Euro
- Niedersachsen: 7,96 Euro
- Nordrhein-Westfalen: 7,95 Euro
- Brandenburg: 7,84 Euro
- Rheinland-Pfalz: 7,80 Euro
- Thüringen: 7,61 Euro
- Sachsen-Anhalt: 7,60 Euro
- Saarland: 7,31 Euro
Durchschnittspreise der Bundesländer für Longdrinks

- Hessen: 9,95 Euro
- Bayern: 9,37 Euro
- Hamburg: 9,17 Euro
- Bremen: 8,73 Euro
- Berlin: 8,71 Euro
- Baden-Württemberg: 8,50 Euro
- Rheinland-Pfalz: 8,40 Euro
- Thüringen: 8,11 Euro
- Schleswig-Holstein: 8,06 Euro
- Niedersachsen: 7,92 Euro
- Nordrhein-Westfalen: 7,91 Euro
- Mecklenburg-Vorpommern: 7,73 Euro
- Sachsen: 7,57 Euro
- Brandenburg: 7,52 Euro
- Sachsen-Anhalt: 7,00 Euro
- Saarland: 5,67 Euro
Durchschnittspreise der Bundesländer für Kaffeespezialitäten

- Mecklenburg-Vorpommern: 4,66 Euro
- Hamburg: 4,59 Euro
- Schleswig-Holstein: 4,57 Euro
- Rheinland-Pfalz: 4,51 Euro
- Hessen: 4,49 Euro
- Thüringen: 4,45 Euro
- Bayern: 4,44 Euro
- Bremen: 4,44 Euro
- Sachsen: 4,44 Euro
- Nordrhein-Westfalen: 4,43 Euro
- Baden-Württemberg: 4,41 Euro
- Niedersachsen: 4,38 Euro
- Brandenburg: 4,32 Euro
- Berlin: 4,25 Euro
- Sachsen-Anhalt: 4,19 Euro
- Saarland: 3,95 Euro
Durchschnittspreise der Bundesländer für Teespezialitäten

- Schleswig-Holstein: 4,64 Euro
- Thüringen: 4,58 Euro
- Hessen: 4,54 Euro
- Baden-Württemberg: 4,53 Euro
- Hamburg: 4,51 Euro
- Mecklenburg-Vorpommern: 4,42 Euro
- Bayern: 4,41 Euro
- Brandenburg: 4,40 Euro
- Rheinland-Pfalz: 4,36 Euro
- Nordrhein-Westfalen: 4,32 Euro
- Berlin: 4,30 Euro
- Niedersachsen: 4,29 Euro
- Bremen: 4,05 Euro
- Sachsen: 4,03 Euro
- Sachsen-Anhalt: 4,03 Euro
- Saarland: 3,86 Euro
Ausblick auf 2026
Der DACH-Raum zeichnet sich bei seinen Getränkebestellung als sehr bodenständig, aber nicht langweilig. Kaffee, Bier und Wasser bleiben die dominanten Getränke. Doch Premium-Produkte und die Aperitivo-Kultur gewinnen immer mehr an Bedeutung. Die Gastronomie erlebt hier keine Revolution, sondern eine Evolution. Die Gäste bleiben den Klassikern treu, doch sind sie offen für Neues und suchen das Neue auch. Matcha Latte, neue Spritzvarianten und Premium-Kaffee: Tradition und Innovation gehen hier gemeinsame Wege.
Zur Methodik: Für die Ergebnisse der Studie wurden anonymisierte Daten aus dem Jahr 2025 von 14.641 gastronomischen Betrieben in Deutschland, 683 gastronomischen Betrieben in Österreich und 585 gastronomischen Betrieben in der Schweiz, die Kassensysteme von Orderbird nutzen, intern ausgewertet und aufgearbeitet. Alle Prozentangaben wurden auf eine Nachkommastelle gerundet.
Lesen Sie hier den vollständigen Report.
Quelle: Orderbird
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