2026 ist ein spannendes Jahr für die deutsche Schulverpflegung – mit dem Anspruch auf einen Ganztagsplatz für ABC-Schützen ab dem Schuljahr 2026/27 werden entscheidende Weichen gestellt. Das und mehr sind Themen der aktuellen Ausgabe 1/2026 im Fachmagazin Schulverpflegung (s. u.).
Denn ab Herbst 2026 hat jedes Grundschulkind – beginnend mit den Erstklässlern und stufenweise weiter bis zur 4. Klasse in 2029/30 die komplette Grundschule – ein Anrecht auf einen Betreuungsplatz in der Offenen Ganztagsschule (OGTS). Das stellt Schulen und Kommunen vor vielfältige logistische Herausforderungen.
Das Gesetz zur ganztägigen Förderung von Grundschulkindern soll herkunftsbedingter Ungleichheit von Bildungschancen entgegenwirke. Zum sozialpolitischen Potenzial dieser Neuerung zählen dabei nicht nur Chancengleicheit und Armutsprävention durch die erleichterte Vereinbarkeit von Familie und Beruf – gerade in benachteiligten Sozialräumen: Das Erlernen eines respektvollen interkulturellen Miteinanders beim gemeinsamen Schulessen wird zum Dreh- und Angelpunkt.
Die Schulverpflegung muss dabei keineswegs neu gedacht werden – gute Konzepte (zum Beispiel ab S. 29) und motivierte Menschen wie die Ernährungsexpertin Sarah Schocke (vgl. S. 12f) , gibt es zuhauf. Ob frisch gekocht, TK-Menüs oder Cook & Chill, all diese Verpflegungssysteme haben das Potenzial, die Bedürfnisse von Heranwachsenden zu erfüllen (vgl. ab S. 18 – Wir haben für Sie bei drei Einrichtungen nachgefragt).
Doch selbst wenn Schulen, Kitas und Horte höchst motiviert sind, brauchen sie politischen Support. Bringt das neue Gesetz die nötige politische Priorität? (Lesen Sie mehr ab S. 32)
Die Schulverpflegung ist das ungeliebte Stiefkind deutscher Politik. Politiker-Ausreden wie, um das Gratis-Mittagessen finanzieren zu können, müsse man schließlich an anderer Stelle sparen, dürfen wir nicht mehr gelten lassen!
Dr. Michael Polster, Gründer DNSV
Auch 2026 kein bundesweiter Standards in der Schulverpflegung
Denn bisher sind die Bundesländer alle auf einem sehr unterschiedlichen Stand, sowohl was Förderungsmöglichkeiten als auch Angebot und die Vorbereitung auf die mit dem neuen Ganztagsanspruch vermutlich steigenden Essenszahlen angeht – das zeigt eine aktuelle Umfrage des VDSKC (vgl. Umfrage S. 11).
Innerhalb Deutschlands könne es zu deutlichen Preisunterschieden kommen, da die Kriterien in den Ausschreibungen sehr unterschiedlich sind. Bundesweit einheitliche Standards gebe es in der Schulverpflegung nicht. Städte, Gemeinden und Schulträger entscheiden oft selbstständig, inwiefern z. B. die DGE-Standards oder Bio-Mindestquoten einzuhalten sind.
Spürbare Entlastungen für die Branche erwartet der VDSKC auch für 2026 nicht. Die für Januar angekündigte Mehrwertsteuersenkung fällt mit einer deutlichen Anhebung des Mindestlohns zusammen. 77 % der befragten Cateringunternehmen gingen daher davon aus, ihre Preise im kommenden Jahr erneut anheben zu müssen.
Themen in Schulverpflegung 1/2026
Lassen Sie uns 2026 zum erfolgreichsten Jahr der Kita- und Schulverpflegung überhaupt machen – mit Sicherheit finden Sie für eine gelungene Umsetzung des neuen Ganztagsanspruchs die eine oder andere Inspiration dafür im so eben neu erschienenen Fachmagazin Schulverpflegung 1/2026.
Die aktuelle Ausgabe Schulverpflegung 1/2026 bietet vielfältigen Lesestoff, hier ein Überblick zu ausgewählten Themen.
Ernährung
Protein-Update: Wer ohne klassische Fleischersatzprodukte für Kinder und Jugendliche kochen will, dem sind aus ernährungsphysiologischen Gründen Hülsenfrüchte in all ihrer Vielfalt als Basisprodukt zu empfehlen. Doch die vegetarisch-vegane Küche hat ein gewisses Defizit an gut verfügbaren Proteinquellen. Wie punkten Hülsenfrüchte und Pseudogetreide hier und welche Proteine sind für die Zielgruppe unverzichtbar? Praktische Tipps ab S. 22.
Aus der Wissenschaft
Wie nachhaltig ist die Optimierte Mischkost? Wie lassen sich Kinder gemäß den wissenschaftlichen Empfehlungen ernähren? Seit über 30 Jahren überzeugt die Optimierte Mischkost mit Praxisnähe. Doch wie nachhaltig ist das Konzept? Prof. Dr. Mathilde Kersting vom Forschungsdepartment Kinderernährung, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, St. Josef-Hospital Ruhr-Universität Bochum, gibt ein Update. Mehr dazu ab S. 14.
Küchen-Neubau
Blick auf Ganztagsanspruch: Die Versorgungslücke für Kita- und Schulkinder zwischen Chiemsee und bayerischem Alpenrand schließt der Gastronom und Diätkoch Willi Wimmer mit seiner im September 2025 neu in Betrieb genommenen Cook&Chill-Großküche in Übersee – mit Potential bis zu 3.000 Essen täglich. Wie gelingt das in Handarbeit mit Fokus auf Regionalität? Das erfahren Sie auf S. 29f.
Aus der Praxis
Non-profit-orientiertes Mensakonzept: Das Augsburger Gymnasium bei St. Stephan setzt in der Zusammenarbeit mit dem nicht profitorientierten Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) für die Mittagsverpflegung auf die Philosophie von Geben und Nehmen, eine Schulmensa wie ein Restaurant und beständiges Austarieren von Regeln. Mehr dazu auf S. 26f.
Aktuelles
Das Fachmagazin Schulverpflegung veranstaltet den Schulverpflegungskongress zur Intergastra:
Erfolgreiche Schulverpflegung ist Teamarbeit – und sie beginnt mit dem gemeinsamen Dialog. Kann ein solcher Dialog bereits bei der Planung von Küche und Gastraum zustande kommen? Oder in der Praxis zwischen Caterer und Gästen? Was sind Stolpersteine und wie lassen sich diese bewältigen? Was können wir hier auch aus den nordischen Ländern lernen? Wie lassen sich auch die Kosten des Wareneinsatzes und Food Waste dank schnittstellenübergreifender Kooperation minimieren?
Auf all diese Fragen wird der Kongress am 9. Februar 2026, 9 bis ca. 14 Uhr, in Stuttgart Antworten geben und damit vielfache Ansatzpunkte für erfolgreiche(re) Schulverpflegung aufzeigen. Jetzt hier anmelden!
Eine Übersicht über sämtliche Inhalte dieser Ausgabe erhalten Sie in Form dieses PDFs.
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Quelle: B&L MedienGesellschaft