Der Verband deutscher Schul- und Kitacaterer hat nachgefragt: Das Gros seiner Mitglieder musste 2022 seine Preise erhöhen: ein Mittagessen für Grundschulkinder kostet nun im Schnitt 5 Euro. (Quelle: Colourbox.de)
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89 Prozent mussten Preise anheben

89 Prozent der Cateringunternehmen mussten 2022 ihre Preise für Kita- und Schulessen erhöhen, 82 Prozent rechnen damit, dass 2023 weitere Erhöhungen folgen werden – das zeigt eine Umfrage des Verbandes deutscher Schul- und Kitacaterer (VDSKC) unter seinen Mitgliedern. Verantwortlich dafür sind gestiegene Kosten für Energie, Kraftstoffe und Lebensmittel.

„Das Problem ist, dass die Preiserhöhungen zum größten Teil von den Eltern getragen werden müssen. Je höher die Preise steigen, desto mehr Eltern melden ihre Kinder vom Essen ab.“

Ralf Blauert, 1. Vorsitzender, VDSKC

Betriebliche Kostenentwicklung

Der VDSKC hat im Dezember 2022 seine Mitglieder nach ihrer betrieblichen Kostenentwicklung befragt und nach den Auswirkungen auf die Preise pro Mahlzeit. Demnach haben sich die durchschnittlichen Einkaufspreise

  • für Lebensmittel im vergangenen Jahr um 33 Prozent,
  • für Kraftstoffe um 40 Prozent und für
  • Energie sogar um 73 Prozent erhöht.

„Angesichts der Kostenentwicklungen im letzten Jahr waren die meisten Cateringunternehmen dazu gezwungen, ihre Preise für das Kita- und Schulessen zu erhöhen“, berichtet Ralf Blauert, 1. Vorsitzender des VDSKC. „Und auch in diesem Jahr werden vielerorts weitere Anpassungen folgen.“

In den zwei Jahren Corona inklusive Schulschließungen und Veranstaltungsverboten hatten Unternehmen der Gemeinschaftsverpflegung mitunter 90 Prozent Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Von diesem Tiefpunkt konnten sie sich auch 2022 nicht erholen. Im Gegenteil: Die hohe Inflationsrate und die daraus resultierenden Preisanstiege haben die Situation weiter verschärft. Im Durchschnitt werden noch immer zehn Prozent weniger Mahlzeiten ausgegeben als vor den Krisen.

Politik gefordert

„Das Problem ist, dass die Preiserhöhungen zum größten Teil von den Eltern getragen werden müssen. Je höher die Preise steigen, desto mehr Eltern melden ihre Kinder vom Essen ab“, erklärt Ralf Blauert. „Wir brauchen daher ein klares politisches Bekenntnis zur Bedeutsamkeit einer gesunden, abwechslungsreichen Kita- und Schulverpflegung. Und auch ein solides Finanzierungsmodell, das Familien entlastet. Mit der neuen Ernährungsstrategie gab es zuletzt positive Signale aus dem Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Wir hoffen sehr, dass den Worten bald Taten folgen werden.“

Erhöhung um 18 Prozent

Die befragten Unternehmen erhöhten ihre Preise pro Mahlzeit im vergangenen Jahr durchschnittlich um 18 Prozent. In der Regel konnten bestehende Verträge nachverhandelt und der Lage angepasst werden.

So kostet ein Mittagessen für Kitakinder derzeit im Schnitt zwischen 3 und 3,50 Euro, ein Essen für Grundschulkinder zwischen 4 und 4,50 Euro und ein Essen für Kinder an weiterführenden Schulen bis zu 5 Euro.

Kostenfreie Verpflegung

Der Verband setzt sich seit langem für eine kostenfreie Kita- und Schulverpflegung für alle Kinder in Deutschland ein – als Vorbild gelten andere europäische Länder wie Frankreich und Finnland, die seit Jahrzehnten erfolgreich zeigen, dass eine gesunde, kostenlose Mittagsverpflegung möglich ist und positive Auswirkungen auf Bildungsgerechtigkeit und Krankheitsprävention hat.

Der Verband deutscher Schul- und Kitacaterer (VDSKC) wurde 2012 in Berlin gegründet und fungiert als Interessenvertretung der Schul- und Kitacaterer gegenüber Politik, Verwaltung und Schulträgern. Der Verband fordert einheitliche Qualitätsstandards in der Gemeinschaftsverpflegung, setzt sich für eine gesunde und ausgewogene Ernährung in Kitas und Schulen ein und unterstützt die Verwendung regionaler Bio-Lebensmittel.

info

Ökostrom auf die Straße bringen

Eines der Mitglieder im VDSKC ist die Zwergenkantine in Schöneiche. Inhaberin Dorothee Tüshaus setzt auf E-Mobilität bei der Lieferung der Kitaverpflegung. Warum? Das hat Sie im Interview verraten.

Quelle: VDSKC

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