Das Seniorenzentrum Martineum in Essen-Steele geht schon seit Jahren unter dem Motto „Wir kochen nicht nur für Menschen – wir gestalten Lebensqualität“ innovativ in puncto Seniorenverpflegung voran.
Für das große Engagement rund um mehr Esskultur im Alter, beispielsweise in Form von Küchenpartys, wurde das neunköpfige Küchenteam als GV-Team des Jahres 2026 vom Fachmagazin GVMANAGER nominiert. Besonders beeindruckend: Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 15 Jahren, ein Drittel des Teams sind Koch-Auszubildende. Im Alltag leistet das Team im Schnitt 460 Essen.
„Die Küchenpartys zeigen, dass Gemeinschaftsgastronomie im Care-Bereich gleichzeitig wirtschaftlich, qualitativ hochwertig und emotional berührend sein kann. Fachkompetenz, Kreativität und Teamgeist bilden dabei die Grundlage unseres Erfolgs.“
Martin Reinirkens, Küchenleiter, Martineum
Herzstück Küchenpartys

Das Küchenteam des Martineum Essen-Steele zeigt mit seinem Projekt „Esskultur im Alter – Aus Versorgung wird Lebensqualität“, dass Care-Gastronomie – mit einem entsprechend motivierten und fachlich versierten Team – weit über die klassische Mahlzeitenversorgung hinausgehen kann. Herzstück sind regelmäßig stattfindende Küchenpartys für Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige, Mitarbeitende und Kooperationspartner. Mit Live-Cooking, Küchenführungen, kulinarischen Quizrunden und einem mehrgängigen Menü schafft das neunköpfige Team besondere Erlebnisse – mit viel Kreativität und persönlichem Engagement.
19 Partys mit 286 Gästen
Seit Januar 2025 hat das neunköpfige Team bereits 19 Küchenpartys mit insgesamt 286 Gästen veranstaltet (Stand Juli). Jeweils 12 bis 20 Personen nahmen teil, vier bis sechs Teammitglieder begleiteten den Abend. Beim inmitten der Küchenräume servierten Drei-Gänge-Menü überraschte das Team mit besonderen Zutaten und Zubereitungen – etwa fermentiertem schwarzem Rettich, Süßholz-Jus oder confiertem Eigelb. Um 19 Uhr endeten die Abende mit Abschlussfoto und Siegerehrung des kulinarischen Quiz.
Die Resonanz zeigt, wie gut das Angebot ankommt. Kulinarik und Service werden als „Spitzenklasse“ gelobt. Angehörige erleben mit ihren Liebsten unvergessliche Abende. Viele Gäste fragen schon Wochen vorher nach dem nächsten Termin. Die direkte Ansprache der Gäste und die sichtbare Zubereitung machen Küche erlebbar.
„Der größte Lohn für unser Team sind die Reaktionen unserer Bewohner. Lächelnde Gesichter, persönliche Gespräche und die Vorfreude auf die nächste Küchenparty zeigen uns, dass unsere Arbeit einen echten Unterschied macht. Dieses unmittelbare Feedback motiviert unser Team weit mehr als jede zusätzliche Vergütung“, so der Küchenleiter, der überzeugt ist, dass ein gutes Arbeitsklima dort entsteht, wo Mitarbeitende Sinn in ihrer Arbeit erleben, Verantwortung
übernehmen dürfen und Erfolge gemeinsam feiern.
On top zum Alltag



Besonders bemerkenswert ist, dass diese Veranstaltungen zusätzlich zum anspruchsvollen Küchenalltag stattfinden. Im Schnitt 460 Mahlzeiten werden täglich frisch zubereitet – und trotzdem gelingt es dem Team, besondere gastronomische Erlebnisse zu schaffen, ohne dass der reguläre Betrieb darunter leidet. Vertraute Gerichte werden modern und kreativ weiterentwickelt, zugleich bleiben Geschmackserinnerungen und persönliche Vorlieben der Gäste immer im Blick.
Auch die Auszubildenden sind fest eingebunden. Die drei Nachwuchskräfte übernehmen Verantwortung, begleiten Gäste, präsentieren Speisen und bringen eigene Ideen ein. „Dadurch werden fachliche Kompetenzen, Kreativität und Selbstvertrauen nachhaltig gefördert“, betont Martin Reinirkens.
Das Küchenteam arbeitet zudem eng mit Partnern aus Pflege, Berufsschule, Fachseminar, Förderverein und Lieferanten zusammen. „Der fachliche Austausch eröffnet neue Perspektiven und trägt dazu bei, unser Konzept kontinuierlich weiterzuentwickeln“, sagt Martin Reinirkens. Zudem werde der Zusammenhalt im gesamten Haus gestärkt. Die Küche wird als offener Begegnungsort wahrgenommen – nicht als abgeschlossener Arbeitsbereich.
Mehr Freiwillige als benötigt



Getragen wird das Projekt von einem überdurchschnittlich engagierten Team. Viele Mitarbeitende sind seit Jahren dabei; die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 15 Jahren. „Besonders stolz sind wir darauf, dass die Bereitschaft zur Mitarbeit regelmäßig größer ist als der tatsächliche Personalbedarf. Dieses freiwillige Engagement zeigt die hohe Identifikation mit unserem Projekt und unserer Einrichtung“, betont der Küchenleiter, dessen Team auch unter Hochdruck Haltung beweist: Selbst ein kompletter Stromausfall vor einer Veranstaltung wurde pragmatisch gemeistert.
„Wir möchten nicht nur gute Mahlzeiten zubereiten. Wir möchten Menschen glücklich machen. Genau das verbindet unser Team – und macht uns zu einem starken Kandidaten für das GV-Team des Jahres 2026“, resümiert Martin Reinirkens.
Wer hat alles schon als GV-Team des Jahres gewonnen?
In unserer Historie sehen Sie, wer seit der Premiere unseres Branchenpreises in 2009 alles als GV-Managerin bzw. Gv-Manager des Jahres ausgezeichnet wurde und welche GV-Teams zusätzlich seit 2020 gekürt wurden.
Quelle: Redaktion GVMANAGER