Kai-Uwe Kayser von Genuss & Harmonie ist nominiert als GV-Manager des Jahres 2026.
Quelle: Genuss & Harmonie/ GVMANAGER

Kai-Uwe Kayser – nominiert als GV-Manager des Jahres 2026

Kai-Uwe Kayser zählt zu den vier Nominierten für den Titel „GV-Manager des Jahres 2026“, der vom Fachmagazin GVMANAGER zum 17. Mal verliehen wird. Der Geschäftsbereichsleiter Care & Education bei Genuss & Harmonie verbindet handwerkliche Qualität mit strategischer Weitsicht – und verliert nie die Menschen aus dem Blick.

Kai-Uwe Kayser verantwortet bundesweit den Geschäftsbereich Care & Education bei Genuss & Harmonie. Gemeinsam mit 307 Mitarbeitenden verantwortet er die Verpflegung an 26 Produktions- und Betriebsstandorten sowie für 47 weitere Standorte im gesamten Bundesgebiet. Täglich entstehen dabei mehr als 20.000 frisch zubereitete Mahlzeiten für Senioreneinrichtungen, Schulen, Kitas, Internate, Werkstätten und internationale Privatschulen. Im Mittelpunkt stehen handwerkliches Kochen und individuell auf die jeweiligen Standorte abgestimmte Verpflegungskonzepte.

„Mein Ziel ist es, jeden Tag dazuzulernen und gemeinsam mit meinem Team Schritt für Schritt besser zu werden, fachlich, menschlich und wirtschaftlich.“

Kai-Uwe Kayser, Geschäftsbereichsleiter Care & Education, Genuss & Harmonie

Von der Oma angelernt

Die Leidenschaft für gutes Essen von Kai-Uwe Kayser gründet in der Kindheit: Bereits als Achtjähriger half er in der Gastwirtschaft seiner Großmutter mit – zunächst eher beim Pudding als bei den großen Gerichten. Nichtsdestotrotz war seit damals klar, dass er Koch werden wird.

Seine Ausbildung absolvierte er in der Sternegastronomie bei Martin und Peter Scharff in der Wartenberger Mühle.

Es folgten elf Jahre Selbstständigkeit – als Mietkoch, Eventcaterer, Show- und Privatkoch unter dem Namen „Kaikocht mit Leidenschaft“. Gemeinsam mit Gewürzsommelier Ingo Holland entwickelte und vertrieb er zudem eigene Gewürze, Salze und Öle unter dem Namen „Kaikocht mit Leidenschaft“. Doch das Tempo hatte seinen Preis: „Ich war nur unterwegs, hatte kaum Privatleben und konnte irgendwann kein Rinderfilet und keinen Trüffel mehr sehen.“

In der Gemeinschaftsgastronomie zu arbeiten, konnte er sich nie vorstellen. Zu festgefahren war sein Bild von Fertigprodukten und fehlender handwerklicher Qualität. Bis er Genuss & Harmonie kennenlernte. Er hatte den Auftrag, Gastronomieleiter des Caterers im Care-Segment zu schulen. Sein erster Einsatz bei der AWO in Rheinau ließ ihn staunen: selbst gebackene Kuchen, keine Saucen- oder Brühpulver und eine Küche mit echtem handwerklichem Anspruch.

Diese Philosophie – gekoppelt mit einem Jobangebot zu Pandemiestart – überzeugte ihn schließlich, selbst in die Gemeinschaftsgastronomie zu wechseln.

Mitarbeiterbindung als Grundlage

Kai-Uwe Kayser von Genuss & Harmonie, verantwortlich für den Geschäftsbereich Care, ist nominiert als GV-Manager des Jahres 2026.
Quelle: Genuss & Harmonie

Seit er vor sechs Jahren bei Genuss & Harmonie als Gastronomieleiter von zwei Seniorenresidenzen startete, hat er dort gerade im Geschäftsbereich Care vieles von rechts auf links gekrempelt: personell, strukturell und konzeptionell. Parallel baute er ab 2022 den Geschäftsbereich Education neu auf und etablierte ihn.

Sein primäres Augenmerk legte er zunächst auf gute Mitarbeiterbindung, für ihn kein Nebeneffekt guter Unternehmensführung, sondern deren Grundlage.

Dabei profitiert sein Geschäftsbereich von den unternehmensweit geltenden Zuschlägen für Wochenend-, Feiertags- und Nachtarbeit. Die Vergütung oberhalb des Mindestlohns setzte Kayser in seinem Verantwortungsbereich eigenständig um, budgetierte die Mehrkosten und stimmte diese direkt mit den Kunden ab. Gemeinsam mit weiteren Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung konnte der Bereich personell deutlich stabilisiert werden. Ein eigener Springerpool ersetzt teure Zeitarbeiter, bei besser gelebtem Qualitätsverständnis. Der Lohn: Die Fluktuationsquote reduzierte sich um über zwei Drittel, ein weiterer Qualitätsgewinn und Joker in Kundengesprächen.

Apropos: Auch regelmäßige Quick-Checks und kurze Schulungseinheiten im Arbeitsalltag tragen dazu bei, das Qualitätsniveau kontinuierlich weiterzuentwickeln. Besonders stolz ist Kayser darauf, dass sein Geschäftsbereich zuletzt erstmals eine durchschnittliche QM-Bewertung von 100 Prozent erreichte.

Neues Care-Konzept

Als besondere Leistung ist zudem die umfassende Weiterentwicklung des bereits seit 2014 bestehenden „Care Competence Concept“ zu nennen. Im Rahmen der zweijährigen Projektphase wurde das Konzept grundlegend überarbeitet, an die heutigen Anforderungen der Seniorengastronomie angepasst und inhaltlich neu aufgestellt. Dabei entstanden unter anderem 42 süße und herzhafte Breirezepturen, besonders saftige seniorengerechte Kuchen, hochkalorische Drinks und dysphagiegerechte „Powerpralinen“. Darüber hinaus wurde ein eigenes Produkt zur Herstellung passierter Kost entwickelt, das ohne Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe auskommt und exklusiv bei Genuss & Harmonie zum Einsatz kommt. Das Care Competence Concept wird bis heute kontinuierlich weiterentwickelt und an neue Anforderungen angepasst.

Bewährungsprobe Schulstart

Eine Bewährungsprobe der besonderen Art im Segment Education war die Eröffnung der Munich International School am Starnberger See. Zwischen Zuschlag und Start lagen nur wenige Wochen. Küchentechnik, Ausstattung, Kassen, Beschriftungen, Ware und Prozesse mussten parallel organisiert werden. Fünf Lkw und rund 60 Paletten galt es zu entladen. Als am ersten Öffnungstag 250 Transponder des bargeldlosen Kassensystems nicht funktionierten, entschied Kayser unkompliziert: Die betroffenen Schülerinnen und Schüler durften trotzdem essen.

Heute erreicht der Standort täglich bis zu 1.600 Impulsverkäufe sowie 500 bis 800 Mittagessen in drei Menülinien. Konferenzen und große Sportveranstaltungen kommen hinzu. Besonders stolz ist Kayser darauf, die übernommene Belegschaft nahezu vollständig gehalten und für die handwerkliche Philosophie begeistert zu haben.

Situativer Führungsstil

Im Umgang mit dem Team setzt er auf einen offenen, direkten und situativen Führungsstil. Das bedeutet Kommunikation auf Augenhöhe, ehrliches Feedback und klar übertragene Verantwortung. Top-down-Kommunikation ist nicht sein Ding.

Für einen effizienten Austausch setzt Genuss & Harmonie auf regelmäßige Formate wie den 30-minütigen „Blitz“ des operativen Führungsteams und den monatlichen Teamtag. Beim damaligen unternehmensweiten Rollout war Kayser als Teamsprecher und Verantwortlicher aktiv beteiligt. Heute begleitet und unterstützt er das Team in seiner Funktion als Mentor.

Interne Weiterbildung ist ihm ein großes Anliegen, und so wird selbst im Care-Segment zum Koch ausgebildet.

Für angehende Führungskräfte entwickelt Kayser gemeinsam mit der HR-Abteilung und den Ausbildungsbeauftragten zudem ein zwölfmonatiges Weiterentwicklungsprogramm. Kayser verantwortet dabei insbesondere den operativen Aufbau, Personalmanagement sowie das Zahlen- und Steuerungsverständnis. Weitere Themen, etwa Zeitmanagement, werden gezielt durch Kolleginnen und Kollegen mit entsprechender Expertise ergänzt. So entsteht ein praxisnahes Programm, das unterschiedliche Kompetenzen miteinander verbindet. Nach erfolgreichem Pilot soll das Modell unternehmensweit ausgerollt werden.

Loyal und strategisch

„Ich arbeite seit über 25 Jahren in der GV und habe noch niemals einen derartigen Vorgesetzten gehabt, auf den man sich in allen Belangen und Themen verlassen kann.“

Teammitglied, Genuss & Harmonie

Enge Mitarbeiter bestätigen, dass sein Führungsstil gut ankommt. Kai-Uwe Kayser wird beschrieben als „loyale und strategische Führungskraft“, die ihrem Team „viel Vertrauen“ gebe und „in jeder Hinsicht hinter dem Team“ stehe. Ein Küchenleiter hebt hervor, dass Kayser auch in schwierigen Situationen den Überblick behalte und Lösungen finde – „bei Personalengpässen, wirtschaftlichen Themen oder im Umgang mit individuellen Anliegen im Team“.

Ein anderes Teammitglied schreibt: „Ich arbeite seit über 25 Jahren in der GV und habe noch niemals einen derartigen Vorgesetzten gehabt, auf den man sich in allen Belangen und Themen verlassen kann.“ Auch Kaysers Fähigkeit, individuelle Stärken zu erkennen, Mitarbeitende gezielt weiterzuentwickeln und dadurch „ein sehr gutes Arbeitsklima“ zu schaffen, wird betont.

Nähe zur Basis ist Kai-Uwe Kayser wichtig, weshalb er regelmäßig die 26 Standorte besucht. Auch wenn es operativ brennt, bleibt der GV-Manager nicht im Büro: Eine Kochjacke liegt bis heute im Auto.

Nachgefragt bei Kai-Uwe Kayser

Kai-Uwe Kayser von Genuss & Harmonie ist nominiert als GV-Manager des Jahres 2026.
Quelle: Genuss & Harmonie

Wie sehen Sie der Zukunft Ihres Bereichs entgegen?

Sehr positiv. Im Education-Bereich sind wir bei internationalen Privatschulen bereits stark aufgestellt und zeigen inzwischen auch, dass wir die Anforderungen öffentlicher Schulen erfüllen können.

Kleinere Care-Häuser brauchen künftig aber zentral unterstützte Versorgungskonzepte, die Wirtschaftlichkeit und Handwerk verbinden.

Was begeistert Sie jeden Tag aufs Neue an Ihrem Beruf?

Kein Tag ist wie der andere. Am meisten begeistert mich aber die Arbeit mit Menschen. Ich bin stolz darauf, wie stark mein Team in den vergangenen Jahren zusammengewachsen ist und wie selbstverständlich viele Themen heute eigenständig gelöst werden.

Wie sieht Ihre persönliche Work-Life-Balance aus?

Unter der Woche sind die Tage oft lang, deshalb nehme ich mir am Wochenende bewusst Zeit für Privates. Ich gehe gerne wandern oder Fahrrad fahren, arbeite im Garten und stehe am Herd. Neue Ideen oder Projekte beschäftigen mich manchmal aber auch nach Feierabend, hinzu kommt mein vielfältiges ehrenamtliches Engagement und meine Tätigkeit als IHK-Dozent, was die Balance teils erschwert.

Welche Eigenschaften sollte Ihrer Meinung nach ein erfolgreicher GV-Manager mitbringen?

Fachwissen ist die Basis. Ein GV-Manager sollte verstehen, was eine Entscheidung aus dem Management konkret in der Küche bedeutet. Dazu kommen strategische Weitsicht, Offenheit für Veränderungen, Menschlichkeit und Verantwortungsbewusstsein sowie Vertrauensvorschuss.

Wie würden Sie sich selbst charakterisieren?

Ich bin bodenständig, offen und neugierig. Ich lache gerne, halte mein Wort und versuche, Probleme lieber anzupacken, als lange darüber zu reden. Vertrauen schenke ich gerne und aus Überzeugung. Grundsätzlich zählen für mich nicht Status oder Hierarchie, sondern Verlässlichkeit, Fairness und die Qualität eines Menschen. Stillstand war noch nie mein Ding.

Verfolgen Sie ein bestimmtes Motto?

„Eine gute Küche ist das Fundament allen Glücks.“ Für mich zählen zudem Werte und eine klare Haltung.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Steckbrief Kai-Uwe Kayser

  • Position: Geschäftsbereichsleiter Care & Education, Genuss & Harmonie (seit 9/2021)
  • Werdegang: Koch und Verpflegungsbetriebswirt; tätig in Sternegastronomie, selbstständig als Eventcaterer und Showkoch; 2020 Wechsel in die GV zu Genuss & Harmonie als Gastronomieleiter zweier Seniorenresidenzen, danach sukzessive mehr Verantwortung; seit 2025 Dozent am GBZ der IHK Koblenz
  • Personalverantwortung: 307 Mitarbeiter, davon 96 Fachkräfte und 3 Koch-Azubis
  • Geschäftsbereiche: Care-Gastronomie (v. a. Senioren), Education (Kitas, Schulen)
  • Anzahl Essen: rund 20.000 Essen/Tag
  • Besondere Leistungen: Neuausrichtung und Stabilisierung des Care-Segments, Aufbau und Weiterentwicklung des Segments Education seit 2022, inklusive neuer Verpflegungskonzepte, HR-Maßnahmen und struktureller Weiterentwicklung
info

Historie der Preisträger

Wer hat alles schon als GV-Manager des Jahres gewonnen? In unserer Historie sehen Sie, wer seit der Premiere unseres Branchenpreises in 2009 bereits als GV-Managerin bzw. GV-Manager des Jahres ausgezeichnet wurde und welche GV-Teams zusätzlich seit 2020 gekürt wurden.

Quelle: Redaktion GVMANAGER

Bild von Claudia Kirchner

Claudia Kirchner

Die Branche der Gemeinschaftsgastronomie begleitet Claudia Kirchner nun schon seit fast 20 Jahren, gestartet als journalistische Quereinsteigerin, wie im Fachjournalismus nicht selten. Dafür ist sie als Dipl.-Oecotrophologin quasi vom „Fach“. Und obwohl ihre Leidenschaft zu Studienzeiten eher der Ernährungsphysiologie und Mikrobiologie, denn der Haushalts- und Großküchentechnik galt, machte sie die redaktionelle Arbeit zu einer ausgewiesenen Technikexpertin. Als einstige FÖJ-lerin sensibilisiert für „Ökologie“, hat sie zudem deren „große Schwester“ – Nachhaltigkeit – frühzeitig in der Münchner Zentralredaktion zum Thema gemacht. Ihr Antrieb als Chefredakteurin des GVMANAGER, Redakteurin des Fachmagazins und Impulsgeberin der Zentralredaktion ist es, den Lesern praxistaugliche Tipps für den Umgang mit kleinen und großen Herausforderungen des Großküchenalltags an die Hand zu geben und spannende Einblicke in Erfolgsrezepte von Kollegen zu geben.

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