Robin Stolz
Quelle: Lindt & Sprüngli

Robin Stolz – nominiert als GV-Manager des Jahres 2026

Robin Stolz, Head of Food & Beverage bei Lindt & Sprüngli in Aachen, hat die dortige Betriebsgastronomie in kurzer Zeit neu positioniert. Was ihn als Führungskraft, Gastronom und Gestalter auszeichnet – und warum er als GV-Manager des Jahres 2026 vom Fachmagazin GVMANAGER nominiert wurde, lesen Sie im Folgenden.

„Zu erleben, dass moderne, wertschätzende Führung funktioniert – und zu sehen, wie Menschen daran wachsen – ist für mich eine der schönsten Bestätigungen.“

Robin Stolz, Head of Food & Beverage, Lindt & Sprüngli

Robin Stolz verantwortet seit rund zweieinhalb Jahren den Bereich Food & Beverage bei Lindt & Sprüngli Deutschland in Aachen. Mit seinem Team versorgt er die Mitarbeitenden auf dem Campus im Vier-Schicht-Betrieb an 22 Stunden des Tages – inklusive Nachtversorgung, Frühstück, Zwischenverpflegung, Personalrestaurant, Lindt Lounge sowie internem und externem Business Catering. Rund 34 Mitarbeitende gehören zum Bereich Hospitality.

Werdegang von Robin Stolz

Seine Kochausbildung begann Robin Stolz bereits mit 16 Jahren. Nach ersten Erfahrungen in der Sternegastronomie, unter anderem in der Aachener Alten Feuerwache, zog er für sich eine wichtige Konsequenz: Nicht allein das Produkt und die handwerkliche Qualität entscheiden über gute Gastronomie, sondern auch der Umgang miteinander.

Es folgten prägende Jahre bei den Carolus Thermen in Aachen. Dort stieg Robin Stolz zunächst in der Küche ein, entwickelte sich zum Küchenchef und später zum stellvertretenden Betriebsleiter weiter.

Anschließend wechselte er in die Care-Gastronomie eines Reha-Klinikums. Doch ihm fehlten zunehmend Kreativität, der Fokus auf Produktqualität und der unmittelbare Kontakt zum Gast.

Kantinenleitung abgelehnt

Die Chance bei Lindt & Sprüngli ergriff der gebürtige Aachener nach einem kurzen Exkurs in den Großhandel deshalb bewusst. Ausgeschrieben war die Position ursprünglich als Kantinenleitung. Robin Stolz machte jedoch im Bewerbungsgespräch deutlich, dass er mehr als eine bestehende Struktur verwalten wollte. Er wollte gestalten – strukturell wie konzeptionell, kulinarisch wie wirtschaftlich. Dieser Anspruch wird mit der neu geschaffenen Position des Head of Food & Beverage auch nach außen sichtbar.

Stabiles Mitarbeiter-Fundament

Quelle: Lindt & Sprüngli

Und so hatte die Transformation der Lindt-Kantine zur Betriebsgastronomie für ihn höchste Priorität, als er Ende 2023 startete. Erster Punkt seiner strategischen Agenda: ein stabiles Fundament bilden. In Einzelgesprächen gewann der junge GV-Manager schnell das Vertrauen des fachlich versierten und jahrelang eingespielten Teams. Mit einem guten Gespür für die Persönlichkeit und Stärken seiner Mitarbeiter, übertrug er ihnen passende Verantwortungsbereiche, von HACCP über Buchhaltung bis hin zur Ausbildung des Nachwuchs. Hier stockte Stolz von einem auf fünf Azubis auf. Perspektivisch soll das Ausbildungsangebot um Berufe im Gastgewerbe und in der Systemgastronomie erweitert werden.

Einmal monatlich kommt das gesamte Team für eine Besprechung zusammen – eine organisatorische Herausforderung angesichts eines 22-stündigen Verpflegungsangebots. Der Erfolg der Neustrukturierung lässt sich messen. Die Krankenquote hat sich deutlich reduziert.

Vom Team gelobt

Aber auch die persönlichen Rückmeldungen aus dem Team, welche die Redaktion GVMANAGER im Rahmen des Auswahlverfahrens einholte, zeichnen ein klares Bild. „Er begegnet seinem Team auf Augenhöhe, motiviert seine Mitarbeitenden täglich zu Höchstleistungen und macht aus jedem Einzelnen das Beste“, heißt es. Ein anderer Mitarbeiter ergänzt, dass der GV-Manager für jedes Problem er eine passende Lösung findet. „Robin lebt einen zukunftsorientierten und wertschätzenden Führungsstil auf Augenhöhe“, betont ein anderes Teammitglied. Mehrfach wird zudem seine Kreativität und Innovationskraft gelobt.

Aufgeholt in puncto Digitalisierung

Als Stolz begann, wurden viele Prozesse noch über Excel gesteuert; Rezepturen, Allergene und Kalkulationen waren nicht durchgängig systematisch hinterlegt. Gemeinsam mit seinem Team führte er ein Warenwirtschaftssystem ein, digitalisierte Abläufe, etablierte klare Rezepturen und verbesserte die Verbindung von Küche, Kasse und digitaler Kommunikation. Damit schuf erstmals eine belastbare Basis für Kalkulationen. Um den Nachhaltigkeitsaspekt der Gerichte sichtbarer zu machen, war es ihm zudem wichtig den CO₂-Fußabdruck der Gerichte auszuspielen.

22 Stunden Verpflegung

Auch das gastronomische Angebot – wenn auch seit jeher von hoher Handwerklichkeit geprägt – wandelte sich: frische Salate, leichtere Gerichte, täglich vegetarische Optionen, ein ausgebautes Frühstücks- und Zwischenverpflegungsangebot bekamen eine zeitgemäße Handschrift.

Zu den kulinarischen Highlights gehören der monatliche Chef’s Table in der Open Kitchen, bei dem Fine Dining zu erschwinglichen Preisen angeboten wird, und der „Catch of the Day“ mit frischem Fisch aus der Region. Sichtbare Produktqualität, frische Waren und besondere Aktionen machen die hochwertige Gastronomie auf dem Campus erlebbar.

Dabei gelingt der Spagat, Produktionsmitarbeitende in vier Schichten ebenso zuverlässig und bezahlbar zu versorgen wie Beschäftigte aus der Verwaltung. Die Küche ist nahezu 22 Stunden täglich besetzt. Nachts stehen vollwertige Alternativen bereit, niemand soll in der Pause ausschließlich auf Automaten angewiesen sein.

Zusatzgeschäfte und Caterings wickelt das Team inzwischen selbst ab. Und aus der ursprünglich angedachten Kaffeestation im neuen Zentralgebäude machte Stolz die Lindt Lounge – einen Wohlfühl- und Begegnungsort mit Barista-Kaffee, Snacks, Salaten und Co.

Bei teils besserer Produktqualität schaffte er es, den Wareneinsatz zu senken und den Pro-Kopf-Umsatz zu steigern. „Wir konnten unser internes Ansehen deutlich steigern, sodass wir bei Lindt heute durchweg positiv wahrgenommen werden“, resümiert er.

Und Stolz denkt bereits weiter: Für die rund 18 Pausenräume auf dem Werksgelände will er ein noch nie dagewesenes Konzept für Kaffee- und Zwischenversorgung entwickeln. Mittelfristig sieht er darin zusätzliches Umsatzpotenzial in sechsstelliger Höhe.

Nachgefragt bei Robin Stolz

Quelle: Lindt & Sprüngli

Wie sehen Sie der Zukunft Ihres Bereichs entgegen?

Sehr positiv. Wir haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren ein stabiles Fundament geschaffen und können jetzt die nächsten Schritte gehen. Ein wichtiges Thema ist die strategische Nachfolgeplanung. Außerdem wollen wir unsere Pausen- und Kaffeeversorgung neu denken und in Eigenregie führen.

Was begeistert Sie jeden Tag aufs Neue an Ihrem Beruf?

Wir Gastronomen lieben es, andere Menschen glücklich zu machen. Mich begeistert das Lächeln unserer Gäste, wenn sie ihre Zeit bei uns genießen. Besonders schön ist, dass wir hier Restaurantqualität mit guten Arbeitsbedingungen und einem starken Umfeld verbinden können.

Wie sieht Ihre persönliche Work-Life-Balance aus?

Sehr gut. Mein Arbeitstag hat normalerweise acht bis zehn Stunden, bei Veranstaltungen können es auch einmal mehr sein – das ist Gastronomie. Arbeit nimmt einen wichtigen Platz in meinem Leben ein, weil ich Herausforderungen und Entwicklung brauche. Den Ausgleich finde ich beim Sport, beim Fußball, bei Spaziergängen mit dem Hund oder auch auf Reisen.

Welche Eigenschaften sollte ein erfolgreicher GV-Manager mitbringen?

Vor allem Empathie und emotionale Intelligenz. Man kann fachlich ein hervorragender Koch oder Organisator sein – wenn die kommunikative Kompetenz fehlt, wird Führung schwierig. Dazu gehören Offenheit, Akzeptanz und Toleranz, aber auch die Fähigkeit, eine klare Meinung zu vertreten. Der Mitarbeiter ist unser wichtigstes Gut. Eine Führungskraft muss ihn erreichen, seine Potenziale erkennen und ihm Entwicklung ermöglichen.

Wie würden Sie sich selbst charakterisieren?

Ich bin sehr umtriebig, humorvoll, kreativ und gewissenhaft. Ich brauche Erfolg, aber auch Entwicklung. Ich liebe die Interaktion mit Menschen und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven sowie daraus etwas großes Ganzes zu formen.

Verfolgen Sie ein bestimmtes Motto?

Ich möchte die Hebel nutzen, die wir als GV haben – etwa bei Nachhaltigkeit, Tierwohl und regionalem Einkauf. Im Umgang mit Menschen gilt für mich ein sehr einfacher Grundsatz: Ich behandle andere so, wie ich selbst behandelt werden möchte.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Steckbrief Robin Stolz

  • Position: Head of Food & Beverage, Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli
  • (seit 10/2023)
  • Werdegang: Koch, Betriebswirt Verpflegung (IHK) und Ausbilder; ­Stationen in Sternegastronomie, Carolus Thermen Bad Aachen, Großhandel; erste ­GV-Erfahrung: gastronomische Leitung im Rhein-Maas Klinikum
  • Personalverantwortung: 34 Mitarbeiter, davon 10 Fachkräfte und 5 Azubis
  • Geschäftsbereiche: 2 Personalrestaurants (Versorgung im Vier-Schicht-­Betrieb), Lindt Lounge, (Konferenz-)Catering
  • Anzahl Essen: rund 1.500 Essen/Tag
  • Besondere Leistungen: Transformation von der Kantine zur Betriebsgastronomie, Digitalisierung, Teamentwicklung, Catering von eigenen Veranstaltungen in Eigenregie geholt

Quelle: Redaktion GVMANAGER

info

Historie der Preisträger

Wer hat alles schon als GV-Manager des Jahres gewonnen? In unserer Historie sehen Sie, wer seit der Premiere unseres Branchenpreises in 2009 bereits als GV-Managerin bzw. GV-Manager des Jahres ausgezeichnet wurde und welche GV-Teams zusätzlich seit 2020 gekürt wurden.

Bild von Claudia Kirchner

Claudia Kirchner

Die Branche der Gemeinschaftsgastronomie begleitet Claudia Kirchner nun schon seit fast 20 Jahren, gestartet als journalistische Quereinsteigerin, wie im Fachjournalismus nicht selten. Dafür ist sie als Dipl.-Oecotrophologin quasi vom „Fach“. Und obwohl ihre Leidenschaft zu Studienzeiten eher der Ernährungsphysiologie und Mikrobiologie, denn der Haushalts- und Großküchentechnik galt, machte sie die redaktionelle Arbeit zu einer ausgewiesenen Technikexpertin. Als einstige FÖJ-lerin sensibilisiert für „Ökologie“, hat sie zudem deren „große Schwester“ – Nachhaltigkeit – frühzeitig in der Münchner Zentralredaktion zum Thema gemacht. Ihr Antrieb als Chefredakteurin des GVMANAGER, Redakteurin des Fachmagazins und Impulsgeberin der Zentralredaktion ist es, den Lesern praxistaugliche Tipps für den Umgang mit kleinen und großen Herausforderungen des Großküchenalltags an die Hand zu geben und spannende Einblicke in Erfolgsrezepte von Kollegen zu geben.

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