Für stolze 300.000 Essen täglich zeichnet das Projekt-Team „Rettet die Knolle!“ verantwortlich, das zum „GV-Team des Jahres 2026“ nominiert wurde. Der Hintergrund: 33 der deutschlandweit 57 Studierendenwerke haben sich bei dem Projekt zusammengetan, um einen möglichst großen Hebel gegen Food Waste zu bilden. Aus dem Projekt mit nachhaltiger Tragweite wurde zugleich aber auch eine Teamleistung der besonderen Art.
Bei dem Projekt „Rettet die Knolle! – Die Studierenden essen die Kartoffeln!“ haben 33 Studierendenwerke gemeinsam bewiesen, was möglich ist, wenn Menschen über organisatorische, regionale und strukturelle Grenzen hinweg zusammenarbeiten. Auslöser war eine außergewöhnlich gute Kartoffelernte mit erheblichen Übermengen: Hochwertige Lebensmittel drohten nicht mehr regulär vermarktet zu werden. Der pragmatische Lösungsansatz: Betriebe der Hochschulgastronomie könnten Kartoffelgerichte verstärkt in die Speisepläne aufnehmen.
Überraschende Dynamik
Die Idee zur Initiative „Rettet die Knolle!“ entstand bei Gudrun Hartmann, Abteilungsleiterin Verpflegungsbetriebe, im Studierendenwerk Frankfurt am Main, das anschließend auch die bundesweite Koordinierung und organisatorische Steuerung des Projekts übernommen hat. 32 Studierendenwerke schlossen sich an. Innerhalb kürzester Zeit entstand aus dem pragmatischen Ansatz eine überraschende Dynamik.

Die Idee wurde zu einem bundesweiten Gemeinschaftsprojekt mit außergewöhnlichem Teamgeist. Küchenleitungen, Köche, Einkauf, Logistik, Kommunikation, Marketing, Verwaltung, Betriebsleitungen und Geschäftsführungen arbeiteten plötzlich nicht mehr nur innerhalb ihrer eigenen Häuser eng zusammen, sondern auch studierendenwerksübergreifend als großes gemeinsames Netzwerk.
Viele Prozesse entstanden nicht langfristig geplant, sondern spontan, pragmatisch und mit enormem Engagement. Rezepturen wurden gegenseitig geteilt, Aktionsideen weiterentwickelt, Marketingmaterialien gemeinsam genutzt und Erfahrungen offen ausgetauscht. Kollegen motivierten sich gegenseitig, halfen einander unkompliziert weiter und entwickelten gemeinsam Lösungen.
Viele nutzten die Aktion als Möglichkeit, endlich einmal sichtbar zu machen, was Studierendenwerke tagtäglich leisten – oft fernab der öffentlichen Wahrnehmung. Gerade in einer Zeit, in der häufig Defizite, Belastungen und Forderungen im Mittelpunkt stehen, setzte die Initiative bewusst ein positives Signal: Dass Studierendenwerke nicht nur Probleme verwalten, sondern gemeinsam konstruktive Lösungen entwickeln und Verantwortung übernehmen können.
Kartoffelgerichte – von Klößen, Puffern und Gratins bis Gnocchi und Wedges – machten die Vielfalt der Knolle im Mensaalltag erlebbar. Gleichzeitig wurden Studierende mit Plakaten, Speiseplankennzeichnungen, Quizformaten, Videos und Umfragen direkt angesprochen.
Positive Resonanz
Die Resonanz der Studierenden – häufig überraschend emotional – bestärkte die Teams: Die Gerichte wurden positiv aufgenommen, weil die Botschaft authentisch und nachvollziehbar war – Lebensmittel nicht verschwenden, regionale Erzeuger stärken und gemeinsam handeln.



Unterstützer aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Öffentlichkeit – wie Ingmar Jung, Hessischer Minister für Landwirtschaft, verliehen der Aktion zusätzliche Reichweite. Bemerkenswert war dabei, dass viele Beiträge nicht nur über Kartoffeln berichteten, sondern vor allem über die außergewöhnliche Zusammenarbeit der Studierendenwerke. Sie hat Menschen erreicht, Diskussionen angestoßen und gleichzeitig Stolz und Motivation innerhalb der Teams geschaffen.
Quelle: Redaktion GVMANAGER
Wer hat bereits als GV-Team des Jahres gewonnen?
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