Quelle: Zero Foodprint Deutschland

1 % fürs Klima

Die Umstellung auf regenerative Landwirtschaft und damit einhergehend der Aufbau gesunder Böden gilt als eine der wirksamsten und unmittelbarsten Lösungen gegen den Klimawandel. Dazu kann mit der Initiative Zero Foodprint (ZFP) nun auch jeder Gastro-Betrieb schnell und einfach einen Beitrag leisten – indem er ein Prozent seines Umsatzes dafür spendet. ZFP bezuschusst damit Carbon-Farming-Projekte von Landwirten, die ihr Land zur Lösung des Klimawandels nutzen möchten, aber nicht über genügend finanzielle Mittel verfügen. Carbon Farming – auch regenerative Landwirtschaft genannt – stellt dabei schlicht die Bodenbiologie wieder her, die auf natürliche Weise Tonnen von Kohlenstoff aus der Atmosphäre zieht, den Boden wieder zum Leben erweckt und Nährstoffe wieder auffüllt.

Warum haben sich das Landhaus Scherrer, das Hotel Peter und Mahl-Art-Catering für die Teilnahme an Zero Foodprint entschieden und worin sehen sie den Mehrwert? Mehr dazu lesen Sie in den folgenden Kurzinerviews.

Warum spenden Sie 1 % Ihres Umsatzes fürs Klima?

Landhaus Scherrer

Regionale Hochküche, nachhaltiger Genuss – seit mehr als 40 Jahren ist das Landhaus Scherrer in Hamburg seinem Motto treu. Das Landhaus Scherrer unterstützt die gemeinnützige ÖWA Ökologische Wissensakademie, weil man dringend mehr zivilgesellschaftliches Engagement für eine zukunftstaugliche Lebensmittelproduktion benötigt. Wir sprachen mit Chefkoch Heinz Wehmann, ZFP Pionier in Deutschland.

Heinz Wehmann, Geschäftsführer des Landhaus Scherrer (Quelle: Landhaus Scherrer)

Warum nehmen Sie an ZFP teil und was haben Sie schon erreicht?

Die Initiative weist in die richtige Richtung und knüpft auch an unseren Werten und Zielen an: Norddeutsche Hochküche – Nachhaltiger Genuss.

Wir nutzen die Aufsteller, vor allem spricht das Servicepersonal am Gast mit dem Gast gemeinsam über das Thema Nachhaltigkeit. Die Mitarbeiter erhalten positives Feedback und man ist im regen Austausch. Wir sind von Anfang an dabei und sammeln fleißig gemeinsam den Prozentteil mit den Gästen.

Können Sie die Initiative ZFP weiterempfehlen?

Auf jeden Fall! Vor allem sollte man „richtig“ mitmachen. Also mit den Gästen in ein intensives Gespräch gehen, die Thematik gut erläutern und somit die eigene Kundenbindung intensivieren.

Danke für das Gespräch!

Peters Genusshotel in der Wingst

Gastgeber, Küchenchef und Inhaber ist Claus Peter, der 1997 den elterlichen Betrieb übernahm. 1899 als Bahnhofshotel eröffnet ist es heute ein Drei-Sterne-Superior-Hotel. Hotelchef Claus Peter versteht Nachhaltigkeit als dauerhafte Weiterentwicklung, bis hin zur größtmöglichen Reduzierung und Kompensation von CO2-Emissionen für klimaneutrale Übernachtungen.

Claus Peter, Inhaber vom Hotel Peter (Quelle: Peter(

Herr Peter, wie setzen Sie ZFP praktisch in Ihrem Betriebsalltag um?

Nachhaltigkeit verstehen wir als dauerhafte Weiterentwicklung – für eine bessere Qualität in allen Bereichen unseres Hauses. So haben wir z. B. unsere Terrasse in einen Garten umgewandelt und mit 20 Hochbeeten bestückt. Unser Wäschetrockner läuft mit dem heißen Wasser, welches wir in unserem Blockheizkraftwerk gewinnen. Wir benutzen fast nur Produkte aus der Region und kümmern uns gemeinsam mit den örtlichen Bauern um die Vermarktung ihrer Produkte, z. B. mit der Aktion „Bauer sucht Koch“. Dadurch gibt es bei uns wöchentlich eine neue Menükarte. Wir prüfen all unsere Arbeiten auf nachhaltigkeitsfördernde Maßnahmen: von der Verwendung Bio-zertifizierter, regionaler und fair gehandelter Produkte bis hin zu deren vollständiger Verwertung. Dabei wollen wir gerade unseren gastronomischen Nachwuchs zum „Respekt vor unserem Boden“ erziehen und dies geht am besten, so unsere Erfahrung, wenn man ihn einbezieht. Wir garantieren unseren Gästen einen klimafreundlichen Aufenthalt, unser CO2-Fußabdruck: „Klimaeffizienzklasse A – klimafreundlich“, berechnet nach Viabono CO2-Hotel-Rechner.

Können Sie die Initiative ZFP weiterempfehlen?

Allein kann jeder Einzelne schon einiges erreichen, aber nur gemeinsam können wir mit ZFP die Welt verändern. Mit nur einigen Cent von jeder Mahlzeit schafft man eine „Vom Teller auf den Acker“-Bewegung, die hilft, gesunden Boden aufzubauen – nebenbei tut man damit etwas gegen Klimawandel. Und mit den Gästen kommt man schon bei der Bestellung ins Gespräch, wenn man darauf hinweist, dass man mit seinem Essen bei uns etwas Gutes fürs Klima tut.

Seit wann sind Sie dabei und was haben Sie schon erreicht?

Wir sind einer der fünf Protagonisten die von Anbeginn bei ZFP Deutschland dabei sind. Was uns antreibt, ist das Thema Nachhaltigkeit – und wir sehen, dass sich die Sache auch rechnet. ZFP macht uns in unserer Arbeit kompletter und lässt sich genussvoll umsetzen. Und wir bieten damit gerade auch jungen Menschen eine Plattform, um sich bei uns zu verwirklichen. Bei unseren Gästen schaffen wir ein Bewusstsein für Qualität. ZFP ist kein Gütezeichen, das man sich anheftet, oder kaufen kann, die Sache muss gelebt werden, nur so funktioniert sie. Wir zeigen mit unserer Arbeit, dass Klimaschutz auf den Tellern angekommen ist.

Danke für das Gespräch!

Mahl-Art-Catering

Mahl-Art-Catering aus Hürth ist das Catering für Film und Werbeproduktionen Deutschland weit. Wir sprachen mit Inhaber Christopher Rath. Mahl-Art-Catering wurde im Jahr 2007 gegründet. 2009 wurde die Firma von Christopher Rath übernommen. Sein Unternehmen ist auf das Crew-Catering an Film-Sets spezialisiert und zählt mit zu Zero Foodprint Pionieren in Deutschland.

Christopher Rath, Inhaber von Mahl-Art-Catering (Quelle: Mahl-Art Catering)

Herr Rath, wie setzen Sie ZFP praktisch in Ihrem Betriebsalltag um?

Wir haben Zero Foodprint als festen Bestandteil in unsere Angebote eingebaut, die wir als Filmcaterer im Vorfeld von Aufträgen abgeben. Somit nimmt jeder Kunde automatisch daran teil, der nicht ausdrücklich widerspricht.

Seit wann sind Sie dabei und was haben Sie schon erreicht?

Wir haben bereits am Pilotprojekt im Juli/August 2021 teilgenommen und bis dato ca. 4.000 Euro spenden können. Außerdem erhoffen wir uns durch weitere Kundgebung in der Branche die tiefere Einbürgerung des Projekts in die Film-Cateringbranche.

Können Sie die Initiative weiterempfehlen?

Ja, das Thema Nachhaltigkeit und der CO2-Ausgleich wird einem durch Zero Foodprint sehr vereinfacht.

Danke für das Gespräch!

info

Boden gut machen

Den Restaurantumsatz spenden für Carbon-Farming-Projekte – ein nachhaltiger Schritt oder schlichtes Freikaufen? Wir haben mit dem amerikanischen Initiator von „1 % to Restore the Planet“ und dem deutschen Lizenznehmer von „1 % fürs Klima“ gesprochen. Das Interview finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsspecial #spürbargrün.

Quelle: B&L MedienGesellschaft

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