Aramark hat am 28. April sein neues Verteilzentrum F³ („Flexible for Future“) im Industriegebiet West in Kaiserslautern eröffnet. Mit dem bereits dritten eigenen Verteilzentrum baut der Full-Service-Caterer seinen Geschäftsbereich Health & Care weiter aus.
„Mit dem neuen F³-Verteilzentrum in Kaiserslautern schaffen wir die Voraussetzungen, um unser Care-Geschäft gezielt weiter auszubauen. Der Standort bietet zusätzliche Kapazitäten und moderne Prozesse und ist bereits auf zukünftiges Wachstum ausgelegt.“
Arnd Rune Thomas, Vorsitzender der Geschäftsführung, Aramark
Patientenversorgung am Westpfalz-Klinikum übernommen
Anlass für den Bau war der Vertrag über die Patientenversorgung mit der Westpfalz-Klinikum GmbH, deren Belieferung am 1. Mai 2026 beginnt. Baustart für das Verteilzentrum war im Oktober 2025. Es wurde innerhalb weniger Monate fertiggestellt.

Im Rahmen der Eröffnung durchschnitten Arnd Rune Thomas, Vorsitzender der Geschäftsführung von Aramark, und Thorsten Hemmer, Geschäftsführer der Westpfalz-Klinikum GmbH, gemeinsam das Band.
„Mit unserem F³-Verteilzentrum schaffen wir einen Standort, der bereits heute auf die Anforderungen von morgen ausgelegt ist. Flexible for Future bedeutet für uns: maximale Effizienz, höchste Versorgungssicherheit und Raum für weiteres Wachstum. Gleichzeitig stärken wir mit regionalen Partnern wie lokalen Bäckereien die Wertschöpfung vor Ort“,
erklärte Arnd Rune Thomas.
Anspruch des Westpfalz-Klinikum sei es laut Thomas Hemmer, die tägliche Arbeit für die Patienten auf höchstem Niveau zu erbringen. „Dafür benötigen wir Partner auf Augenhöhe, die unsere hohen Qualitätsstandards teilen und die Anforderungen einer modernen Patientenversorgung verstehen. Genau diesen Partner haben wir mit Aramark gefunden, und das neue Verteilzentrum schafft dafür beste Voraussetzungen“, resümierte er.
Bei anschließenden Führungen erhielten Gäste Einblicke in die Abläufe des neuen Standorts.
Weitere Expansion möglich
Mit dem neuen Standort baut Aramark seine Kapazitäten im Bereich Health & Care aus. Das Verteilzentrum in Kaiserslautern ist auf die Anforderungen von Gesundheitseinrichtungen ausgerichtet und zugleich so angelegt, dass weiteres Wachstum möglich ist. Es ist der dritte Standort dieser Art von Aramark in Deutschland. Das erste Verteilzentrum eröffnete der Caterer im Jahr 2012 in Frankfurt am Main.
Clevere Digitalisierung sichert im F3 Individualität

Eine zentrale Rolle am Standort spielen digital gesteuerte Prozesse. Sie verbinden Bestellungen, Produktionssteuerung, Logistik, Qualitätsmanagement sowie individuelle Anforderungen in der Patientenversorgung. Zum Konzept gehört auch eine KI-gestützte Bandkontrolle zur Qualitätssicherung.
Aramark setzt in Kaiserslautern auf ein Versorgungskonzept, das effiziente Abläufe mit Qualitätsanforderungen in der Care-Verpflegung verbinden soll. Dazu zählen produktnahe Arbeitsschritte, flexibel planbare Prozesse und das Cook-&-Chill-Verfahren, bei dem Speisen frisch zubereitet, heruntergekühlt und erst kurz vor der Ausgabe regeneriert werden.
Welche strategische Bedeutung der neue Standort für Aramark hat, warum digitale Prozesse im Care-Bereich eine so wichtige Rolle spielen und wie sich standardisierte Abläufe mit individuellen Anforderungen in der Patientenversorgung verbinden lassen, hat Arnd Rune Thomas der Redaktion GVMANAGER anlässlich der Eröffnung erläutert.
Nachgefragt bei: Arnd Rune Thomas von Aramark

„Wir sind überzeugt, dass moderne Verteilzentren künftig eine Schlüsselrolle in der Gesundheitsversorgung spielen werden. Gesundheitseinrichtungen benötigen heute Lösungen, die wirtschaftlich, verlässlich und zugleich flexibel sind.“
Aramark ist stark im Business-Segment und Eventcatering. Welchen Stellenwert hatte bislang die Care-Verpflegung und welche Rolle spielt heute und künftig das Verteilzentrum F3?
Der Bereich Health & Care hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen und ist heute neben unserem Business- und Eventgeschäft ein wichtiger Wachstumsbereich. Gerade im Gesundheitswesen sind verlässliche, effiziente und qualitativ hochwertige Versorgungslösungen gefragter denn je.
Mit dem neuen F³-Verteilzentrum in Kaiserslautern schaffen wir die Voraussetzungen, um unser Care-Geschäft gezielt weiter auszubauen. Der Standort bietet zusätzliche Kapazitäten und moderne Prozesse und ist bereits auf zukünftiges Wachstum ausgelegt. Damit ist F³ ein wichtiger Baustein für unsere weitere Entwicklung im Gesundheitswesen.
Welcher Stellenwert kommt bei Ihrem sehr flexiblen Konzept einem guten digitalen Rückgrat zu und wie groß war die Herausforderung ein solches zu bilden?
Für unser flexibles Versorgungskonzept ist ein leistungsfähiges digitales Rückgrat von zentraler Bedeutung. Nur mit durchgängig vernetzten, intelligent gesteuerten Prozessen lassen sich Bestellungen, Produktionssteuerung, Logistik, Qualitätsmanagement sowie individuelle Kunden- und Patientenanforderungen effizient und zuverlässig abbilden.
Dazu gehören auch innovative Technologien wie unsere KI-gestützte Bandkontrolle. Sie sichert Abläufe zusätzlich ab, überwacht Prozesse und unterstützt eine konstant hohe Qualität. Gerade im Gesundheitswesen sind die Anforderungen an Schnittstellen, Transparenz und Versorgungssicherheit besonders hoch. Entsprechend anspruchsvoll war es, verschiedene Systeme und Prozesse nahtlos zusammenzuführen. Diese Investition war jedoch entscheidend, um die notwendige Flexibilität, Skalierbarkeit und Prozesssicherheit für unsere Kunden zu schaffen.
Wie handwerklich und frisch entstehen die Speisen?

Für uns haben Frische, Qualität und handwerkliche Sorgfalt einen hohen Stellenwert. Viele Arbeitsschritte erfolgen bewusst nah am Produkt. Komponenten werden bedarfsgerecht vorbereitet und zusammengestellt. So stellen wir sicher, dass Qualität, Geschmack und Optik unseren hohen Ansprüchen genügen.
Gleichzeitig setzen wir auf moderne Produktionsverfahren wie Cook & Chill. Dabei werden Speisen frisch zubereitet, schonend heruntergekühlt und erst kurz vor der Ausgabe in den Einrichtungen regeneriert. So erhalten Patientinnen und Patienten ihre Mahlzeiten perfekt temperiert, wie in einem frisch angerichteten Teller im Restaurant.
Wie flexibel und spontan lassen sich mit diesem Konzept auch diätetische Sonderfälle abbilden?
Flexibilität ist ein zentraler Bestandteil unseres Konzepts, insbesondere bei diätetischen Einzelanforderungen. In Gesundheitseinrichtungen ändern sich diese Anforderungen oft kurzfristig, beispielsweise durch medizinische Indikationen, Allergien, Unverträglichkeiten oder individuelle Ernährungspläne. Unsere Prozesse sind gezielt darauf ausgelegt.
Dank klar strukturierter Abläufe, digital gestützter Steuerung und eines breiten Speisenportfolios können wir auch kurzfristige Anpassungen zuverlässig umsetzen. Dazu zählen beispielsweise Sonderkostformen, individuelle Menüanpassungen oder spezifische diätetische Vorgaben.
Liegt die Zukunft der Care-Versorgung Ihrer Meinung nach in derartigen Verteilzentren? Was ist unabdingbar für deren Erfolg und Akzeptanz?
Wir sind überzeugt, dass moderne Verteilzentren künftig eine Schlüsselrolle in der Gesundheitsversorgung spielen werden. Gesundheitseinrichtungen benötigen heute Lösungen, die wirtschaftlich, verlässlich und zugleich flexibel sind.
Genau hier liegt die Stärke unseres Ansatzes. Wir verbinden hochwertige Speisenversorgung, innovative Technik und hohe Prozesssicherheit mit einem klaren Verständnis für die Anforderungen im Gesundheitswesen. Gleichzeitig entlasten wir Einrichtungen spürbar und schaffen Freiräume für ihre medizinischen Kernaufgaben.
Für Erfolg und Akzeptanz sind dabei auch Qualität, Zuverlässigkeit und partnerschaftliche Zusammenarbeit entscheidend. Unsere Kunden haben uns in Bezug auf unser Konzept bestätigt und wir sehen uns daher sehr gut aufgestellt.
Herzlichen Dank für das Gespräch!
Quelle: GVMANAGER
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